Mission Goce

Satellit verglüht in der Atmosphäre

Der Satellit „GOCE“ war fast dreimal so lange unterwegs wie geplant. Über vier Jahre hat er das Schwerefeld der Erde vermessen und dabei ein neues Bild der Welt gezeichnet. Jetzt ist er in der Atmosphäre verglüht.
Kommentieren
Eineinhalb Jahre lang sollte Goce Daten sammeln - letzlich wurde es mehr als vier Jahre. Quelle: dpa

Eineinhalb Jahre lang sollte Goce Daten sammeln - letzlich wurde es mehr als vier Jahre.

(Foto: dpa)

FrascatiDer Satellit „GOCE“ (Gravity Field and Steady-State Ocean Circulation Explorer) ist nach vierjähriger Mission in der Atmosphäre verglüht. Er sei am frühen Montagmorgen in die Atmosphäre eingetreten, teilte die Europäische Raumfahrtbehörde Esa im italienischen Frascati mit. Der fünf Meter lange und 1,2 Tonnen schwere Satellit zerbrach beim Herabstürzen in mehrere Teile.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass einige kiloschwere Stücke zur Erde fielen. Schäden wurden aber zunächst nicht bekannt. Dutzende Satelliten endeten bereits ähnlich, ohne dass es Unfälle gab.

Faszination Erde
Mission Envisat
1 von 10

10 Jahre lang sammelte der Esa-Satellit Envisat Daten für Geowissenschaftler und Klimaforscher. Nach mehr als 50.000 Erdumrundungen verstummte der Satellit im April 2012. Die folgenden Bilder gehören zu den Highlights der Mission.

Das Ganges-Delta
2 von 10

Etwa diese Aufnahme des Ganges-Deltas. Sie zeigt den in Bangladesh gelegenen Teil des weltgrößten Flussdeltas. Das Bild wurde aus drei Envisat-Aufnahmen aus dem Jahr 2009 zusammengesetzt. Die unterschiedlichen Farben dokumentieren Veränderungen an der Oberfläche, die zwischen den einzelnen Aufnahmen eingetreten sind.

Wolken über den Kanaren
3 von 10

Diese Aufnahme zeigt Wolkenformationen in der Umgebung der Kanarischen Inseln. Die auffälligen Wolkenwirbel unterhalb der Inselkette gehen auf Verwirbelungen des atlantische Nordwinds beim Durchzug durch die Inselgruppe zurück.

Ein Valentinsgruß von Envisat
4 von 10

Einen herzlichen Gruß schickte Envisat 2003 zur Erde. Die so auffällig geformte Ebene erstreckt sich im Norden Mauretaniens.

Schnee auf Himalaja-Gipfeln
5 von 10

Die schneebedeckten Gipfel des Himalaya trennen auf dieser Envisat-Aufnahme aus dem Jahr 2009 die tibetische Hochebene im Norden vom indischen Subkontinent. Rot sind in diesem Falschfarbenbild die Zonen mit besonders üppiger Vegetation dargestellt.

Waldbrände in Kalifornien
6 von 10

Riesige Waldbrände wüteten 2007 im Süden Kaliforniens. Die Envisat-Aufnahme zeigt die mächtigen Rauchsäulen der Brände, die über die Küste hinweg aufs offene Meer getrieben wurden.

Großer Salzsee
7 von 10

Der Große Salzsee im US-Bundesstaat Utah. An seinem südlichen Ende erstreckt sich die Metropole Salt Lake City. Als feine Linie durchschneidet die Bahnlinie Lucin Cutoff den Salzsee.

„GOCE“ hatte ein neues Bild der Erde gezeichnet. Mit Messungen des Schwerefelds in zuvor unerreichter Genauigkeit lieferte er erstmals ein weltweites einheitliches und zentimetergenaues Höhenprofil. Unter anderem können damit unterschiedliche Höhenangaben von Bergen vereinheitlicht und Probleme bei Bauvorhaben besser gelöst werden.

Die Daten dokumentieren auch den Anstieg des Meeresspiegels und Strömungsveränderungen, die für Klimamodelle wichtig sind. „GOCE“ registrierte auch für das menschliche Ohr unhörbare Infraschallwellen, die das schwere Erdbeben im März 2011 in Japan ausgelöst hatte.

Die Erde ist ein Kartoffel
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

0 Kommentare zu "Mission Goce: Satellit verglüht in der Atmosphäre"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%