Mission könnte 2012 starten
Deutsche wollen zum Mond

Der Mond ist zwar der nächste Nachbar der Erde, das Wissen über den Trabanten ist aber immer noch lückenhaft. Das wollen auch heimische Forscher ändern. Die geplante deutsche Mondmission würde ersten Berechnungen zufolge etwa 300 Millionen Euro kosten.

HB POTSDAM. Eine deutsche Expedition zum Mond könnte schon 2012 starten, also ein Jahr früher als bisher vorgesehen, sagte Ralf Jaumann, Vize-Direktor des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, am Rande einer Weltraumkonferenz mit 500 Planetenforschern aus aller Welt in Potsdam. Anfang nächsten Jahres werde das Projekt der Bundesregierung zur Finanzierung vorgelegt. Seit einem Jahr laufen die Planungen.

Für die erste deutsche Mondmission sollen zwei Satelliten vier Jahre lang um den Erdtrabanten kreisen und seine Oberfläche, seine Anziehungskraft und sein Magnetfeld analysieren. Es wäre der erste Flug eines deutschen Raumschiffs zu einem Himmelskörper, betonte Jaumann, der die Pläne an diesem Mittwoch auf dem Potsdamer Planetenforscherkongress vorstellen will. Bislang beteiligt sich Deutschland vor allem an internationalen Raumfahrt-Kooperationen.

„Der Mond ist 30 Jahre lang vernachlässigt worden“, sagte der Planetenforschers Jaumann in Potsdam. Die US-amerikanischen „Apollo“-Mondlandungen hätten besonders politische und weniger wissenschaftliche Ziele gehabt. „Noch immer wissen wir nur wenig über den Mond - das soll sich ändern“, betonte er. Das deutsche Vorhaben würde nach seinen Worten wichtige Erkenntnisse über die Geschichte der Planeten in den vergangenen 4,5 Mrd. Jahren ermöglichen. Außerdem wäre die Mission „die Eintrittskarte für weitere internationale Aktivitäten auf dem Mond“.

„Eine rein deutsche Expedition würde die Verhandlungsposition bei zukünftigen internationalen Weltraumprojekten stärken“, erläuterte Jaumann. Die Erkenntnisse könnten einer Anschlussexpedition dienen, bei der ein Lander auch Bodenproben auf dem Mond entnehmen könne.

Bis November wird nach DLR-Angaben eine Studie über die technische Machbarkeit erstellt, voraussichtlich im Frühjahr 2008 soll die Bundesregierung über das Projekt mit dem Arbeitstitel „Lunarer Explorations Orbiter“ entscheiden.

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