Mission New Horizons Auf Tuchfühlung mit Pluto

85 Jahre nach seiner Entdeckung bekommt die Menschheit endlich Nahaufnahmen von Pluto. Die Nasa-Sonde „New Horizons“ will dem rätselhaften Eiszwerg am Rand des Sonnensystems kommende Woche ein paar Geheimnisse entlocken.
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Nach mehr als neun Jahren Flug wird sich die Raumsonde am Dienstag dem Zwergplaneten Pluto auf wenige 1000 Kilometer nähern. Quelle: dpa
Raumsonde New Horizons

Nach mehr als neun Jahren Flug wird sich die Raumsonde am Dienstag dem Zwergplaneten Pluto auf wenige 1000 Kilometer nähern.

(Foto: dpa)

WashingtonAls „New Horizons“ losflog, war Pluto noch ein Planet. Im Januar 2006 startete die Nasa-Sonde vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida, sieben Monate später degradierte die Internationale Astronomische Union (IAU) den vergleichsweise kleinen Pluto zum Zwergplaneten.

Eigentlich hatte die US-Raumfahrtbehörde mit der rund 700 Millionen Dollar teuren Mission die Ersterkundung aller neun Planeten abschließen wollen, jetzt waren es plötzlich nur noch acht. Trotzdem gilt der erste Besuch eines irdischen Flugkörpers bei Pluto und seinen fünf Monden am kommenden Dienstag (14. Juli) als Meilenstein der Raumfahrtgeschichte.

„Ich habe immer gesagt, dass wir einen Pluto finden würden, der mit zwei Wörtern beschrieben werden kann: etwas Wunderbares“, sagte Missionsleiter Alan Stern der „New York Times“. „Und das stellt sich jetzt als komplett wahr heraus. Das Pluto-System ist absolut verblüffend.“

Seit mehr als neun Jahren ist „New Horizons“ unterwegs, hat rund fünf Milliarden Kilometer zurückgelegt und ist an den Planeten Mars, Saturn, Uranus, Jupiter und Neptun vorbeigeflogen. Nun endlich steht das mit Spannung erwartete Ziel der langen Reise an: Auf rund 12.000 Kilometer soll sich „New Horizons“ dem Pluto nähern und ihn mit seinen sieben wissenschaftlichen Instrumenten untersuchen. Wenn man aus dieser Distanz auf Manhattan schauen würde, erklärt Wissenschaftler Stern, könnte man die Seen im Central Park ausmachen.

Aber die Mission bleibt bis zur letzten Sekunde spannend. Weil die rund 500 Kilogramm schwere Sonde mit etwa 50.000 Kilometer pro Stunde unterwegs ist, könnte schon ein Zusammenstoß mit einem Objekt so klein wie ein Reiskorn das ganze Vorhaben zu Fall bringen.

Vor wenigen Tagen gab es dann auch noch einen technischen Fehler, den die Nasa aber wieder beheben konnte. Er sei „ziemlich zuversichtlich“, dass alles gut geht, gibt sich Forscher Stern gelassen.

So lang die Reise war, so kurz ist dann ihr eigentlicher Höhepunkt: Nur etwa zwei Tage hat die Sonde rund um den Vorbeiflug Zeit, um gute Fotos und Messungen von Pluto zu machen.

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