Mission Rosetta
Im Tiefschlaf auf Kometenkurs

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Heikle Manöver

Ob die Mission die erhofften wissenschaftlichen Erkenntnisse bringt, entscheidet sich im neuen Jahr. Der erste wichtige Termin für das weitere Schicksal von „Rosetta“ ist der 20. Januar: An diesem Tag soll die im März 2004 gestartete Sonde 800 Millionen Kilometer von der Erde entfernt aus einer „Tiefschlafphase“ erwachen, in die sie im Juni 2011 aus Energiespargründen versetzt worden war. Anschließend setzt die wieder aktivierte Sonde ihren Flug zu Tschurjumov-Gerasimenko fort. Erreichen wird sie den Kometen im August.

Dann beginnt ein Serie von heiklen Manövern: Die vom ESA-Kontrollzentrum in Darmstadt gesteuerte Sonde soll in eine Umlaufbahn einschwenken und zunächst einmal die Oberfläche des Kometen kartieren. Im November soll dann der Lande-Roboter „Philae“ auf der Kometenoberfläche aufsetzen - gesteuert übrigens vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln. Wenn „Philae“ die Kometenoberfläche berührt, wird eine Harpune abgeschossen, die sich in den Boden bohrt - damit der Kometen-Lander nicht ins All zurückgeschleudert wird.

Während die „Rosetta“-Muttersonde den Kometen weiter umkreist, wird „Philae“ den Kern von Tschurjumov-Gerasimenko untersuchen und erste Bohrungen vornehmen. Gemeinsam mit seinen irdischen Begleitern wird sich der Komet dann in den folgenden Monaten stetig der Sonne nähern, um im August 2015 seinen sonnennächsten Punkt zu erreichen. Dabei wird der Komet durch die Sonnenwärme nach und nach aktiv. Was genau dabei mit dem Brocken aus Staub und Eis passiert, sollen die Messgeräte von „Rosetta“ und „Philae“ aufzeichnen.

Verläuft die Mission planmäßig, könnte sie einen Meilenstein in der Kometenforschung setzen. Wie übrigens ihre Namensgeberin in der Archäologie: Benannt ist die ESA-Sonde nach der ägyptischen Stadt Rashid (Rosetta). Dort wurde 1799 der berühmte Stein von Rosetta gefunden, dessen Inschriften zusammen mit denjenigen auf einem Obelisken aus der Stadt Philae die Entschlüsselung der altägyptischen Hieroglyphen ermöglichte.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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