Mission Rosetta

Im Tiefschlaf auf Kometenkurs

Europas Raumfahrt fiebert dem „Ritt auf dem Kometen“ entgegen: 2014 soll die Sonde „Rosetta“ erstmals einen Lander auf einem Kometen absetzen. Jetzt heißt es für die Raumsonde aber erst einmal: Bitte aufwachen!
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Die ESA-Illustration zeigt die Raumsonde Rosetta bei der Annäherung an einen Kometen. Im Januar soll die Sonde für den letzten Abschnitt ihrer Reise aus ihrer derzeitigen "Tiefschlafphase" geweckt werden Quelle: ap

Die ESA-Illustration zeigt die Raumsonde Rosetta bei der Annäherung an einen Kometen. Im Januar soll die Sonde für den letzten Abschnitt ihrer Reise aus ihrer derzeitigen "Tiefschlafphase" geweckt werden

(Foto: ap)

KölnWas genau geschah bei der Geburt des Sonnensystems? Und wie ist später das Leben auf die Erde gekommen? Vielleicht weiß „Rosetta“ ja demnächst die Antworten auf solche und ähnliche Fragen zur Entstehungsgeschichte unserer kosmischen Heimat.

Der blumige Name steht für eine knapp drei mal zwei mal zwei Meter große Raumsonde - und für eine der spektakulärsten Unternehmungen der europäischen Raumfahrt: Nach mehr als zehnjähriger Reise durch das All soll „Rosetta“ 2014 einen Kometen besuchen und erstmals einen Forschungsroboter auf einem solchen Himmelskörper absetzen.

1000 Tage Weltraum-Wunder
Spitzer
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1000 Tage Infrarot-Wunder – unter diesem Titel hat das Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics eine Serie von Bildern veröffentlicht, die die Arbeit des Weltraumteleskops Spitzer dokumentieren. Mit seiner Infrared Array Camera (IRAC) gelangen dem Nasa-Observatorium eindrucksvolle Schnappschüsse aus der Tiefe des Alls.

This "tornado," designated Herbig-Haro 49/50, is shaped by a cosmic jet packing a powerful punch as it plows through clouds of interstellar gas and dust.Spitzer
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Wie ein kosmischer Wirbelsturm wirkt dieses mysteriöse Gebilde, dem Astronomen deshalb den Namen „Tornado-Nebel“ gaben. Entstanden ist es vermutlich durch einen Jet, den strahlförmigen Materieauswurf eines jungen Sterns. Beim Auftreffen auf das umgebende Gas erzeugt der Jet Schockwellen, die den charakteristischen Wirbel entstehen lassen.

A colony of hot, young stars is stirring up the cosmic scene in this new picture from NASA's Spitzer Space Telescope.Spitzer
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Rund 1300 Lichtjahre von der Erde entfernt liegt der Orion-Nebel, eines der bekanntesten Objekte astronomischer Beobachtung. Während der Nebel im sichtbaren Bereich vom Licht einiger besonders massereicher Sterne dominiert wird, lässt die Infrarot-Aufnahme des Spitzer-Teleskops auch zahlreiche junge Sterne erkennen, die ansonsten unsichtbar im Staub des Nebels verborgen liegen.

A newly expanded image of the Helix nebula lends a festive touch to the fourth anniversary of the launch of NASA's Spitzer Space Telescope.Spitzer
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Dass ein kosmischer Kollaps eine farbenfrohe Angelegenheit sein kann, belegt dieses Bild des 650 Lichtjahre entfernten Helix-Nebels. Ein sterbender Stern hat seine äußere Gashülle abgeworfen, die ihn nun wie ein glühender Ring umgibt. Auch unsere eigene Sonne wird einmal als ein solcher planetarischer Nebel enden.

This image shows a close-up infrared view from NASA's Spitzer Space Telescope of the glowing Trifid Nebula, a giant star-forming cloud of gas and dust located 5,400 light-years away in the constellation Sagittarius.Spitzer
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Der Trifid-Nebel, 5400 Lichtjahre von uns entfernt, ist eine Art Großlabor für stellare Forschung. Astronomen können hier Sterne in allen Stadien ihrer Entwicklung sowie deren Wechselwirkung mit den umgebenden Staub- und Gaswolken beobachten.

NASA's Spitzer Space Telescope has captured these infrared images of the "Whirlpool Galaxy," revealing strange structures bridging the gaps between the dust-rich spiral arms, and tracing the dust, gas and stellar populations in both the bright spiral galaSpitzer
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Kollisionen spielen eine wichtige Rolle in der galaktischen Entwicklung. Sie führen üblicherweise zu einer Phase intensiver Sternentstehung. Hier sehen wir die große „Whirlpool“-Galaxie beim Zusammenstoß mit einer kleineren Begleiterin – beide etwa 23 Millionen Lichtjahre von uns entfernt.

This image shows an infrared data taken by NASA's Spitzer Space Telescope of a region dubbed the "Mountains of Creation." Towering pillars of dust are aglow with the light of embryonic stars (white/yellow). The added detail in the Spitzer image reveals a Spitzer
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Mit seinem IRAC-System kann Spitzer tief in ansonsten undurchdringliche Molekülwolken blicken, in deren Innerem neue Sterne entstehen. Diese Region namens W5, 7000 Lichtjahre entfernt im Sternbild Perseus gelegen, ist eine solche stellare Kinderstube.

Mit ihrer ehrgeizigen „Rosetta“-Mission betritt die europäische Weltraumagentur ESA Neuland. Noch nie ist eine Forschungssonde in eine Umlaufbahn um einen Kometen eingeschwenkt, und noch nie wurde ein Landegerät auf einem solchen Überbleibsel aus der Entstehungszeit des Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren ausgesetzt. Damit sei die „Rosetta“-Mission „eine der bisher komplexesten und anspruchsvollsten überhaupt“, beschrieb die ESA im Vorfeld ihren im Herbst geplanten „Ritt auf dem Kometen“.

Das Reiseziel von „Rosetta“ ist der Komet 67P/Tschurjumov-Gerasimenko - ein kosmischer Brocken mit vier Kilometern Durchmesser, der alle 6,45 Jahre einmal die Sonne umrundet. Wie seine unzähligen Artgenossen gilt er als wichtiger Zeuge aus der Urzeit des Sonnensystems. Zudem glauben Forscher, dass ein Teil des Wassers auf der Erde von Kometen-Einschlägen stammt - und wahrscheinlich auch viele organische Moleküle, die eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Leben gespielt haben.

Kein Wunder also, dass die Wissenschaftler einige brennende Fragen an Kometen haben. Wie sind ihre Kerne chemisch und mineralogisch zusammengesetzt? Welche thermischen, elektrischen und magnetischen Eigenschaften haben sie? Und wie genau entstehen die Gasschweife, die Kometen im Anflug auf die Sonne bilden? Fragen, die „Rosetta“ und ihr Landegerät „Philae“ beantworten sollen.

Heikle Manöver
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