Mission Rosetta

Tauwetter auf Komet Tschuri

Für ein vorläufiges Ende der Eiszeit auf dem Kometen Tschuri hat die Annäherung des Himmelskörpers an die Sonne gesorgt. Die Raumsonde Rosetta konnte die Entwicklung des Tauwetters auf Tschuri genau beobachten.
Die Raumsonde Rosetta beobachtete den Kometen bei seiner Annäherung an die Sonne. Quelle: dpa
Mission Rosetta

Die Raumsonde Rosetta beobachtete den Kometen bei seiner Annäherung an die Sonne.

(Foto: dpa)

Rom/LondonDer Komet Tschuri hat bei seinem Flug Richtung Sonne ein ähnliches Tauwetter erlebt wie die Alpen im Frühjahr. Das beobachtete die europäische Raumsonde Rosetta an einer eisbedeckten Region des Kometen.

Wie an einem sonnigen Frühlingstag in den Alpen schmolz dort Wassereis, sobald die Sonne aufging, und verflüchtigte sich zum Teil. Sobald die Sonne unterging, gefror das verbliebene Wasser wieder. Ein internationales Forscherteam um Maria Cristina de Sanctis vom Astrophysikalischen Institut INAF in Rom stellt die Rosetta-Beobachtungen in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature vor.

Sonnenfinsternis auf Eis
Gesamtsieger: Sonnenfinsternis über Sassendalen
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Die Sonnenfinsternis vom 20. März 2015 beobachtete der französischen Fotograf Luc Jamet in Sassendalen auf Spitzbergen, wo damals noch tiefster Winter herrschte. Mit diesem eindrucksvollen Bild des Himmelsphänomens gewann Jamet nicht nur den ersten Preis in der Kategorie Skyscapes, die Jury kürte das Foto auch zum Gesamtsieger des Wettbewerbs.

Die folgende Auswahl zeigt - mit freundlicher Unterstützung durch das Royal Observatory Greenwich - sämtliche Sieger sowie weitere eindrucksvolle Fotos aus dem Wettbewerb. (Foto: Luc Jamet)

Flusslandschaft mit Polarlichtern
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Dem Norweger Arild Heitmann gelang dieses Bild einer von Polarlichtern erleuchteten Flusslandschaft, mit dem er sich in der Kategorie Aurorae bewarb. (Foto: Arild Heitmann)

Sieger Kategorie Aurorae
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Sieger in dieser Kategorie wurde der Australier Jamen Percy mit diesem Foto eines Polarlichts über einem verschneiten Berg in Schweden. Links oben sind die Fußspuren des Fotografen als dunkles Band im Schnee erkennbar. (Foto: Jamen Percy)

Zweiter Platz Kategorie Aurorae
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Das Farbenspiel der Polarlichter kommt auch in diesem Bild von Kolbein Svensson gut zur Geltung. Kurz nach Mitternacht machte er diese Aufnahme eines Nachthimmels in Norwegen. (Foto: Kolbein Svensson)

Sieger Kategorie Our Moon
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Eine eigene Kategorie im Wettbewerb war dem Erdtrabanten gewidmet. Sieger wurde der Ungar András Papp mit diesem Schnappschuss. (Foto: András Papp)

Blutmond
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Blutrot zeigt sich der Mond auf diesem Bild des Australiers Phil Hart, das es in die engere Auswahl für den Siegespreis schaffte. (Foto: Phil Hart)

Sieger Kategorie Our Sun
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Neben dem Mond durfte natürlich auch die Sonne nicht fehlen. Sieger in dieser Kategorie wurde der Italiener Paolo Porcellana. Sein Bild zeigt eine Sonneneruption, die sich 700.000 Kilometer weit ins All erstreckte. (Foto: Paolo Porcellana)

Die Wissenschaftler hatten für die Studie eine besonders eisreiche Region an einem dünnen Bereich von Tschuri ausgewählt, der die beiden großen Teilstücke des Kometenkerns verbindet. Ein Wasser-Eis-Kreislauf wie er dort jetzt beobachtet wurde, war schon früher als ein Antrieb der schwankenden Aktivität von Kometenkernen postuliert worden, konnte bislang aber nicht nachgewiesen werden.

Die Forscher nehmen an, dass der von Rosetta nun erstmals aufgezeichnete Kreislauf typisch für Kometen ist und sich damit auch der schwankende Wasserdampfausstoß von Schweifsternen wie 9P/Tempel 1 und 103P/Hartley 2 erklären lässt. Generell verändert sich Tschuri, der offiziell 67P/Tschurjumow-Gerassimenko heißt, durch die Sonneneinstrahlung stark.

Erst kürzlich hatten andere Forscher berichtet, dass aus einem auffällig gezackten Steilhang im Laufe der Annäherung an die Sonne zwei beckenförmige Vertiefungen geworden waren. Auch diese Beobachtung stammt aus der Zeit vor der größten Annäherung des Kometen an die Sonne Mitte August.

Daten zur schwankenden Eisschmelze genau während des Vorbeiflugs von Tschuri an der Sonne im August und danach sind noch nicht veröffentlicht, da es oft einige Monate dauert, bis ein Fachjournal eine Arbeit überprüft und druckt.

  • dpa
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