Mission verlängert
Shuttle Endeavour bleibt länger im All

Die Astronauten der US-Raumfähre Endeavour müssen Überstunden machen. Die Nasa hat die aktuelle Shuttle-Mission verlängert, um den Raumfahrern mehr Zeit zu geben, ein lebenswichtiges System der Internationalen Raumstation ISS zu testen.
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HB WASHINGTON. Die US-Raumfähre Endeavour bleibt einen Tag länger im All als geplant. Grund sind Probleme mit der neu installierten Urin-Recyclinganlage an Bord der Internationalen Raumstation ISS. Um der Besatzung mehr Zeit für die Reparatur und für Tests zu geben, soll das Shuttle jetzt erst am Freitag von der ISS ablegen, teilte die US- Raumfahrtbehörde Nasa mit. Die Landung in Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida sei damit erst für Sonntag vorgesehen.

Das 154 Mio. Dollar teure Recyclingsystem, das Urin, Schweiß und Luftfeuchtigkeit in Trinkwasser umwandeln soll, musste am Sonntag wegen eines Fehlers erneut vorzeitig abgeschaltet werden. Inzwischen repariert, muss die Anlage nun noch einmal auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft werden.

Das aufbereitete Wasser wird gebraucht, damit die ständige Besatzung der Raumstation im kommenden Jahr von derzeit drei auf sechs Astronauten ausgebaut werden kann. Getrunken werden darf das bislang recycelte Wasser nicht, Proben sollen zuerst auf der Erde eingehend untersucht werden.

Ohne Funktion der Urin-Recyclinganlage ist die geplante Verdoppelung der ISS-Besatzung kaum möglich. Bislang wird das gesamte Trinkwasser von russischen und amerikanischen Transportflügen zur ISS gebracht. Da die US-Shuttle-Flüge aber Anfang 2010 eingestellt werden sollen, wird der Transport schwierig.

Unterdessen beendeten die Astronauten Shane Kimbrough und Steve Bowen den vierten und letzten Außeneinsatz der zweiwöchigen Endeavour-Mission. Sie säuberten und fetteten ein seit mehr als einem Jahr blockiertes Drehgelenk des Sonnensegels auf der rechten Seite der ISS.

Die Drehgelenke sind notwendig für die Versorgung der Raumstation mit Solarstrom. Sie sorgen dafür, dass die Sonnensegel sich optimal zur Sonne ausrichten und dadurch ein Maximum an Strom produzieren.

Die beiden Astronauten inspizierten danach noch vorsorglich auch das Drehgelenk auf der linken Seite der ISS, das bislang tadellos arbeitete. Dabei entdeckten sie erste Abnutzungserscheinungen. Außerdem wurde eine weitere Kamera an der ISS angebracht. Der Weltraumspaziergang dauerte gut sechs Stunden, teilte die Nasa mit.

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