Mit der „Sachsen“ besitzt die deutsche Marine das modernste Kriegsschiff der Welt
Hightech schützt vor dem Feind

Da würde sogar Captain Kirk von Raumschiff Enterprise ins Staunen geraten. In der Operationszentrale der „Sachsen“, dem derzeit modernsten Kriegsschiff der Welt, reiht sich ein Computer-Arbeitsplatz an den anderen.

WILHELMSHAVEN. Am größten Bildschirm von allen bekommt der Kommandant der „Sachsen“, Volker Buller, permanent von seinen Mitarbeitern die aktuelle Lage vermittelt. So weiß er im Ernstfall immer wo es brenzlig werden könnte. Pirschen sich unter Wasser feindliche U-Boote an, ist mit Fliegerangriffen auf das Schiff zu rechnen oder bahnt sich gar eine Seeschlacht an?

Zum Glück sind alles nur Planspiele, aber im Krisenfall kann sich Koller auf sein Hightech-Kampfschiff verlassen. Da ist er sich sicher. Auf einer sehr langen „Dienstreise“ konnte er sich davon überzeugen. Über drei Monate war die „Sachsen“ auf Erprobungsfahrt über die Weltmeere gefahren. 70 000 Seemeilen hatte sie dabei mit ihrer 215-köpfigen Besatzung zurück gelegt. Der erste Hafen an dem das Schiff anlegte war Plymouth in Großbritannien, der letzte vor der Rückkehr in den Heimathafen war Den Helder in den Niederlanden. Dazwischen lagen Stationen wie die Azoren, Bermudas, San Francisco oder San Diego.

Im Pazifik, vor der Küste von Los Angeles, erfolgte die Feuerprobe für die Besatzung. „Das Live Firing klappte bestens“, freut sich Sachsen-Kommandant Volker Buller. Drei Drohnen mussten den Beweis antreten, dass die Raketensysteme des Schiffes funktionieren.

Die hohen Investitionen in eines der größten Beschaffungsprogramme der deutschen Streitkräfte hatte sich offenbar gelohnt. Über 1,5 Milliarden Euro betrug das Auftragsvolumen für das Projekt, das unter Federführung der Hamburger Werft Blohm + Voss stand und an dem auch die Howaldts Deutsche Werft AG sowie die Thyssen Nordseewerke beteiligt waren. Über 800 Subunternehmen aus Deutschland und anderen Nato-Staaten waren in das Mammutprojekt eingebunden.

Bislang galten amerikanische Kriegsschiffe als Non plus Ultra der technologischen Entwicklung, doch das hat sich mit der Fertigstellung der „Sachsen“ geändert. „Es ist heute das modernste Kriegsschiff der Welt“, sagt Marine-Befehlshaber Wolfgang E. Nolting, der Schiff und Besatzung zu einer Stippvisite besuchte, nicht ohne Stolz. Neben der Standard-Artillerie verfügt das Schiff über Flugkörper mit denen Ziele auf See und Bedrohungen aus der Luft bekämpft werden können. Neben den Lenk- und Rohrwaffen verfügt die Sachsen über Torpedos, die für die U-Boot-Jagd eingesetzt werden. Auch die zwei Hubschrauber an Bord dienen in erster Linie der U-Boot-Bekämpfung.

Zu den weiteren technologischen Highlights an Bord zählen ein Multifunktions- und Weitbereichsradarsystem. Mit dieser Technik können „Luftbewegungen“ im Umkreis von bis zu 400 Kilometer geortet werden.

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