Mit ISS-Astronauten zurückgekehrt
Weltraumtouristin wieder auf der Erde

Die erste Weltraumtouristin Anousheh Ansari ist am Freitag nach zehn Tagen im All mit einer russischen Sojus-Raumkapsel wieder sicher auf der Erde gelandet. An Bord der Kapsel vom Typ TMA-8 waren auch der russische Kosmonaut Pawel Winogradow und US-Astronaut Jeff Williams.

HB MOSKAU/HOUSTON. Die russische Sojus-Kapsel landete um 3.13 Uhr MESZ nordöstlich der Kleinstadt Arkalyk in der kasachischen Steppe. Die „Sojus“ hatte rund drei Stunden zuvor von der ISS abgelegt. Der Rückflug zur Erde verlief reibungslos. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa übertrug die Landung live.

Die beiden professionellen Raumfahrer Winogradow und Williams hatten ein halbes Jahr als Langzeitbesatzung auf der Internationalen Raumstation ISS gearbeitet. Ab Juli bekamen sie Unterstützung vom deutschen Astronauten Thomas Reiter. Er soll bis Dezember dort bleiben. Ansari hielt sich seit Mittwoch voriger Woche an Bord der ISS auf. Sie war zwei Tage zuvor von Baikonur aus mit dem Russen Michail Tjurin und dem Amerikaner Michael Lopez-Alegria an Bord einer „Sojus“-Kapsel ins All gestartet.

Rote Rosen und Apfel für Ansari

Nach der Landung wurde Ansari nach Kommandant Pawel Winogradow als zweite aus der Kapsel getragen. Wegen der Kälte an dem klaren Morgen bekam sie sofort einen wärmenden Schlafsack. Danach gab es für „Miss Universum“ einen riesigen Strauß roter Rosen, einen gelben Apfel und ein Küsschen von Ehemann Hamid. Ansari lächelte glücklich und winkte in die Kameras. Während sie auf einem Stuhl in der Steppe saß und in ihren Apfel biss, fühlten Ärzte den Puls und wischten den Schweiß von der Stirn. Winogradow lobte Ansari zum Abschluss des Fluges: „Sie hat es wirklich gut gemacht“, sagte er.

Nach Winogradow und Ansari wurde der US-Astronaut Jeff Williams aus der Kapsel gebracht. Williams sprach vom „Flug seines Lebens“. Anschließen hielten sich alle drei Raumfahrer an den Händen und beglückwünschten sich.

Ansari ist US-Bürgerin persischer Herkunft. Auf Drängen der russischen und der US-Raumfahrtbehörde trug sie anders als zuerst beabsichtigt nicht eine Flagge Irans an ihrem Raumanzug.

Ansari war der vierte zahlende Gast in der Weltraumstation und die erste Frau. Die 40-Jährige gehört zu einer wohlhabenden und raumfahrtbesessenen Unternehmerfamilie in den USA. Ansari führte auf der Raumstation verschiedene medizinische Experimente im Auftrag der Europäischen Weltraumbehörde ESA durch. Mit der Reise ins All erfüllte sie sich einen Kindheitstraum. Dafür bezahlte sie der russischen Raumfahrtbehörde umgerechnet rund 16 Mill. Euro.

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