Mit neuen Techniken wird die Bitumengewinnung in der kanadischen Provinz Alberta kostengünstiger
Ölsand kann heute konkurrieren

Der hohe Ölpreis rückt eine Region der Welt ins Blickfeld, die bislang bei der Ölförderung keine große Rolle gespielt hat: Nordkanada. Dort liegen 1,6 Billionen Barrel Ölsand – eine dickflüssige Mischung aus ölhaltigem Bitumen, Sand und Ton.

OTTAWA. Dank neuer Fördertechnologien gelten die Bitumenvorkommen in der Provinz Alberta heute als wirtschaftlich ausbeutbare Ölreserven. Die Kosten für die Ausbeutung seien „dramatisch gefallen“, stellt die kanadische Energiebehörde National Energy Board (NEB) in ihrem jetzt veröffentlichten Bericht über die Ölsanderschließung fest.

Als 1967 die heutige Suncor Energy Inc. in die kommerzielle Ölförderung in Nord-Alberta einstieg, galt dies als sehr riskant. Nach Angaben der Petroleum Communication Foundation in Calgary lagen die operativen Kosten für die Gewinnung eines Barrels (159 Liter) synthetischen Rohöls aus Bitumen-Ölsand Ende der 70er Jahre noch bei 35 Can Dollar. Erst in den 90er Jahren brachten Verbesserungen bei der Verarbeitung den endgültigen Durchbruch zur Wirtschaftlichkeit. Heute kalkuliert Suncor mit Kosten von 12 bis 18 Dollar pro Barrel. Liegt der Barrel-Preis für die Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) bei 24 US Dollar, verspricht die Ölgewinnung aus Bitumen in Kanada damit nach Angaben des NEB eine Rendite von über zehn Prozent.

Der Schlüssel zum Profit liegt in zwei konkurrierenden Technologien: Ölsand, der in einer Tiefe zwischen 30 und 60 Meter lagert, wird im Tagebau gewonnen. In Lagerstätten unter 100 Metern setzen die Unternehmen auf eine Methoden, mit der das ölige Bitumen bereits unter der Erde vom Sand getrennt wird.

Beim Tagebau wurde die Kostensenkung vor allem durch zwei Änderungen erreicht. In den Anfangsjahren wurde Ölsand mit Schaufelrädern gewonnen und auf langen Förderbändern in die Verarbeitungsanlagen transportiert. Inzwischen haben Unternehmen auf schwere Bagger und Lastwagen umgestellt, die heute mit einer Fuhre bis zu 400 Tonnen Ölsand transportieren können und flexibler, robuster und energieeffizienter sind.

Einen weiterer Fortschritt brachte dann der so genannte „Hydrotransports“. Statt den in einem Brecherwerk zerkleinerten Ölsand auf Förderbändern in die Extraktionsanlage zu bringen, wurde dem Ölsand direkt am Brecherwerk heißes Wasser beigefügt und der Schlamm über eine Pipeline in die Extraktionsanlage gedrückt. Schon beim Transport löst sich Bitumen aus dem Sand. „So wird der Schlamm bereits in der Pipeline für die Extraktion vorbereitet“, beschreibt Suncor-Sprecherin Brenda Erskine den Vorteil. In der Extraktionsanlage wird der an der Oberfläche schwimmende Bitumenschaum, der noch Partikel von Sand und Wasser enthält, abgeschöpft. Auf dem Boden setzt sich der Großteil des Wassers und des Sands ab. In einer Zentrifuge wird das Bitumen schließlich vollständig von Wasser und Sand befreit.

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