Mobile Geräte
Ultraschallgerät passt in die Jackentasche

Bei Mobiltelefonen ist die Entwicklung immer handlicherer Geräte schon längst ein Hauptaugenmerk der Hersteller. Aber auch in der Medizin findet sich dieser Trend nun wieder – und kann Leben retten. So wurde auf der Fachmesse "Medica“ ein Diagnosegerät vorgestellt, das Ersthelfer auf Schritt und Tritt begleiten kann.

DÜSSELDORF. Ein Handflächen-großes Ultraschallgerät war der Star auf der diesjährigen Medica in Düsseldorf. Das 700-Gramm-leichte Gerät, das in jede größere Jackentasche passt, stand Rampenlicht, wenn Radiosender oder Zeitungen über die Medizintechnikmesse berichteten. Das 8 000-Euro teure Minigerät ist eine Art Trendsetter und soll vor allem dem Unfallarzt wichtige Informationen liefern. Mit ihm soll dieser Flüssigkeitsansammlungen im Körper erkennen können, die Herzaktivität oder etwaige Beeinträchtigungen von Blutgefäßen und Schlagadern diagnostizieren sowie das Becken untersuchen können.

Die Ultraschallbilder werden auf einem klappbaren Minimonitor am Gerät dargestellt. Experten sind allerdings skeptisch, ob der Arzt auf dem kleinen Bildschirm wirklich ausreichend viel sehen kann. "Für einen ersten Eindruck bei einem Notfallpatienten reicht es“, versuchte ein Mitarbeiter von Siemens auf dem Messestand die Bedenken zu zerstreuen. Das Minigerät sei vergleichbar mit einem Stethoskop, es liefere nun zusätzlich visuelle Informationen.

Auch die anderen Anbieter von Ultraschallgeräten setzen auf die Miniaturisierung. Die von ihnen angeboten Geräte sind allerdings noch deutlich größer: Anbieter wie Philips Medizin Systeme und GE Healthcare haben ihre stationären Systeme auf den Laptop übertragen. Die zwei bis drei Kilo-schweren Geräte sollen in Notarztwagen oder unterwegs bei der Behandlung von Verletzungen während Sportveranstaltungen zum Einsatz kommen.

"Wir sehen einen starken Trend in Richtung kleinerer Ultraschallsysteme“, sagt Heiko Dudwiesus, Marketing-Manager Deutschland bei GE Healthcare. Ein so kleines Gerät wie das von Siemens habe der amerikanische Konzern zwar langfristig auch auf der Agenda, aber zunächst werde man sich darauf konzentrieren, die vorhandene Technik weiter zu optimieren, sagt der GE -Mann.

Dieter Schwartmann, Leiter des Europageschäfts von Sonosite – einem amerikanischen Spezialanbieter von mobilen Ultraschallgeräten – bezweifelt, dass es für sehr kleine Geräte einen ausreichend großen Markt gibt. "Der Bildschirm muss groß genug sein, damit der Arzt auch wirklich was sieht“, sagt Schwartmann. Deshalb habe Sonosite bei seinen kleinsten – etwa Notizbuch-großen – Geräten den Monitor ständig vergrößert.

Sonosite hat in Düsseldorf eine neue Serie von mobilen Ultraschallgeräte mit spezieller Software vorgestellt, die den Arzt bei der Beurteilung der Ultraschallbilder unterstützt. Die Geräte seien vor allem in der Notfallambulanz sowie in der Anästhesie gefragt, sagt Schwartmann. Durch die hohe Auflösung helfe das Ultraschallbild dem Anästhesisten, Nerven gezielt stillzulegen und eine örtliche Betäubung hervorzurufen.

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