Mobile Kläranlage: Nanofilter sorgen für sauberes Wasser

Mobile Kläranlage
Nanofilter sorgen für sauberes Wasser

Feinste, 300 Nanometer große Poren versetzen ein neues keramisches Filtersystem in die Lage, ohne großen Aufwand Keime aus Schmutzwasser herauszufiltern.

clo SAARBRÜCKEN. Die patentierte Technik der Firma ItN Nanovation arbeitet seit einem guten halben Jahr in einer privaten Kläranlage im saarländischen St. Wendel. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich dabei um den weltweit ersten Einsatz eines derartigen Systems. Drei Nanofiltrationsmodule mit einer Fläche von 33 Quadratmetern reinigen acht Kubikmeter Wasser pro Tag, womit das Abwasser von 70 Verbrauchern geklärt wird.

„Die Keimzahlen des gereinigten Wassers liegen weit unter den Grenzwerten der Badegewässerrichtlinie der EU“, sagt Gerhard Braun, einer der Produktentwickler. Diese Richtlinie tritt Anfang nächsten Jahres in Kraft und hat zur Folge, dass alle Kommunen an Kläranlagen angeschlossen werden oder Anwohner sich Kleinkläranlagen zulegen müssen. Das ist aufwendig und teuer. Das neue Filtersystem wäre eine kostengünstige Alternative.

Die mit Nanopartikeln beschichteten Keramikfilter erlauben den Bau kompakter und einfach zu bedienender Abwasseraufbereitungsanlagen, die überall errichtet werden können, wo sie gebraucht werden. Etwa in strukturschwachen Regionen Deutschlands, wo das Nano-Filtersystem den etwa drei Millionen Haushalten ohne zentralen Kläranlagenanschluss mit einer dezentralen Lösung zu sauberem Wasser verhelfen kann. Europaweit sieht die Firma gar 52 Millionen Haushalte, für die die Filtertechnik in Frage käme.

Nachrüstung konventioneller Kläranlagen möglich

Auch die Nachrüstung konventioneller Kläranlagen ist möglich, um deren Kapazität zu erhöhen. Ein Markt für die Technik sehen die Entwickler besonders in Ländern mit problematischer Wasserversorgung oder wenn es darauf ankommt, nach Überschwemmungen schnell die Versorgung mit sauberem Wasser aufzubauen. Damit Trinkwasserqualität erreicht wird, muss das filtrierte Gewässer jedoch mit UV-Licht oder Ozon bestrahlt werden. Dies praktiziert die Saarbrücker Firma derzeit in einem thailändischen Projekt.

Die Entwickler erproben auch eine Verkleinerung der Poren auf 80 Nanometer, was die Wasserqualität noch mal deutlich erhöht. Allerdings: Je feiner der Filter, desto öfter muss er gereinigt werden. „Ein weiterer Vorteil des keramischen Filters im Vergleich zu üblichen aus Polymeren ist seine Robustheit, so dass er mit Hochdruckreinigern und sogar mit Chemikalien gesäubert werden kann“, erklärt der Ingenieur. Eine weitere Versuchsanlage ist bei einem Papierproduzenten in Betrieb. Braun: „Gerade für industrielle Anwendungen sehen wir ein großes Marktpotenzial.“

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