Modelloffensive stellt Münchener Autokonzern vor Bewährungsprobe - Rekordfahrt bleibt ungebremst
Pannen kratzen am BMW-Image

Die laufende Modelloffensive des bayerischen Autokonzerns BMW stellt das Unternehmen vor eine Bewährungsprobe. Die ungewohnt hohe Zahl neuer Fahrzeuge, die der Premiumhersteller auf dem Markt wirft, bringt vor allem für das Qualitätsmanagement noch nie da gewesene Belastungen – und lässt offenbar auch die Entwickler an ihre Grenzen stoßen.

HB MÜNCHEN. Die Branche registriert aufmerksam, dass sich die Pannen der jüngsten Zeit ausgerechnet bei den neuen Modellen häufen. „Wir sind bei der Zuverlässigkeit der Elektronik noch nicht auf dem angestrebten Niveau“, räumte selbst BMW-Vorstandschef Helmut Panke kürzlich bei der Telefonkonferenz zum Halbjahresergebnis ein. Bei Software und Elektronik müsse BMW die gleiche Zuverlässigkeit erreichen wie bei der Mechanik.

Doch gerade in letzter Zeit wurden die Bayern von den Qualitätsproblemen eingeholt. In den vergangenen Wochen musste BMW einen Fehler in der Steuerung der großen Acht- und Zwölf-Zylinder-Motoren zugeben. Davon betroffen sind vor allem die in den USA verkauften Prestige-Modelle X 5, 6er Coupé und 7er. Den Umsatzrückgang in den USA im Juli führte BMW-Chef Panke sogar auf diese Panne zurück, weil es nicht nur einen Rückruf, sondern auch einen Auslieferungsstopp gab. Zudem musste BMW einen Lenkungsschaden beim kleinen Geländewagen X3 einräumen und beim neuen 1er noch vor der Markteinführung Probleme bei der Motorsteuerung beheben.

Ein BMW-Sprecher betont zwar, dass es sich nicht um Rückrufaktionen handelt. Doch die jüngste Pannenserie mitten in der Modelloffensive ist ein Alarmsignal: BMW stand bisher für reibungslose Markteinführungen und lebt von seinem exzellenten Ruf. Die Qualitätsprobleme sind die einzigen ernsten Kratzer im Image.

Experten sehen allerdings noch keinen Grund, an der Rekordfahrt des Herstellers zu zweifeln. Wenn sich die Pannen-Probleme nicht weiter häuften, werde das BMW-Image nicht beschädigt, glauben Analysten. Die Resonanz auf den neuen 1er gibt den Experten Recht: Für den neuen Baby-BMW liegen sechs Wochen vor dem Verkaufsstart über 10 000 Bestellungen vor. Die Arbeit im neuen BMW-Werk in Leipzig läuft sogar ein halbes Jahr früher an, um das Regensburger Werk zu unterstützen.

BMW-Chef Panke erntet damit die Früchte der milliardenschweren Investitionen in neue Modelle. Nach einem Rekordüberschuss im zweiten Quartal will BMW auch auf Jahresbasis bei Umsatz und Ergebnis neue Spitzenwerte erreichen, sagte Panke erst kürzlich. BMW bringt so viele neue Modelle auf den Markt wie nie zuvor.

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