Modellrechnung für Nachbarplanet Und plötzlich wird die Venus lebensfreundlich

Unser heißer Nachbarplanet Venus ist zu nah an der Sonne für gemäßigte Temperaturen? Keineswegs, sagt eine Wissenschaftlergruppe. Laut ihren Simulationen wäre eine andere, lebensfreundlichere Venus möglich.
Venus ist der zweite Planet von der Sonne aus gesehen. Trotz der Nähe zum Zentralgestirn hätte sich die Venus unter bestimmten Umständen zu einem lebensfreundlicheren Ort entwickeln können, vermuten Nasa-Forscher. Quelle: picture-alliance
Unser Sonnensystem

Venus ist der zweite Planet von der Sonne aus gesehen. Trotz der Nähe zum Zentralgestirn hätte sich die Venus unter bestimmten Umständen zu einem lebensfreundlicheren Ort entwickeln können, vermuten Nasa-Forscher.

(Foto: picture-alliance)

HeidelbergEin weniger lebensfreundlicher Planet als die Venus erscheint zumindest unter den erdähnlichen Planeten kaum vorstellbar. Doch laut einer Simulation unter Beteiligung von Nasa-Wissenschaftlern wäre eine andere Venus möglich. Denn das Computermodell zeigt: Unter bestimmten Bedingungen hätte sogar unsere höllische Nachbarwelt ein mildes Klima entwickeln können.

Das Team um Michael Way vom Nasa Goddard Institute for Space Studies geht von der Vorstellung aus, dass die Venus einst vergleichbar viel Wasser besaß wie die frühe Erde. Die Modelle der Wissenschaftler starten vor 2,9 Milliarden Jahren und enden vor 715 Millionen Jahren – zu einer Zeit, als sich auf der Erde das erste mehrzellige Leben zu regen begann.

Neu entdeckte Planeten sind Kandidaten für Leben im All
Sieben erdähnliche Planeten entdeckt
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Astronomen haben sieben erdähnliche Planeten bei einem Roten Zwergstern in unserer kosmischen Nachbarschaft aufgespürt. Sechs dieser Exoplaneten liegen in einer Temperaturzone, in der Wasser flüssig sein kann – eine Voraussetzung für Leben, wie wir es kennen.

Planetensystem Trappist-1
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Drei der Planeten könnten sogar Ozeane auf ihrer Oberfläche besitzen, sofern sie erdähnliche Atmosphären haben, schreiben die Forscher um Michaël Gillon von der Universität Liège (Lüttich) im britischen Fachblatt „Nature“. Damit gehört das Sonnensystem des Roten Zwergs namens Trappist-1 zu den aussichtsreichsten Orten für die Suche nach außerirdischem Leben. Hinweise darauf haben die Forscher aber nicht.

40 Lichtjahre entfernt
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Das Zwergsternsystem liegt knapp 40 Lichtjahre entfernt und damit nach kosmischen Maßstäben praktisch vor unserer Haustür. Trotzdem würden irdische Raumsonden für eine Reise dorthin Jahrtausende benötigen.

Umlaufbahnen der Planeten von Trappist-1
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Drei der Exoplaneten hatte dasselbe Team bereits 2016 beschrieben. Es war der erste Fund von Exoplaneten bei einem Roten Zwergstern, einem der häufigsten Sterntypen in unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße. Weitere vier Planeten dieses Sterns haben die Forscher nun durch sorgfältige Nachbeobachtung entdeckt. Alle sieben sind ungefähr so groß wie die Erde und wahrscheinlich Gesteinsplaneten. (Foto: IoA/Amanda Smith)

Vergleich Trappist-1 mit den Gesteinsplaneten des Sonnensystems
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Der Zwergstern, den diese Planeten umkreisen, hat lediglich acht Prozent der Masse unserer Sonne. Er ist nicht einmal halb so heiß, wodurch auf seinen Planeten trotz ihrer engen Umlaufbahnen gemäßigte Temperaturen herrschen. Die inneren sechs Trabanten umrunden ihren Stern in 1,5 bis 12 Tagen, die Umlaufzeit des äußersten Planeten ließ sich noch nicht genau bestimmen. (Foto: NASA/JPL-Caltech)

Exoplanet Kepler-1647b
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Bislang haben Astronomen über 3500 Exoplaneten - also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems - registriert. Einer der interessantesten ist Kepler-1647b (als schwarzer Punkt im Zentrum des Bildes vor seinen beiden Sternen dargestellt), der bislang größte Exoplanet, der gleich zwei Sterne umkreist. Ihn entdeckten Wissenschaftler vor einiger Zeit mit Hilfe des Weltraumteleskops Kepler. Kepler-1647b hat ungefähr die Größe von Jupiter, einer seiner beiden Sterne ist etwas größer, der andere etwas kleiner als unsere Sonne.

Exoplanet Kepler-1647b (künstlerische Darstellung)
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Planeten, die ein Doppelsternsystem umkreisen, werden auch als „Tatooine“ bezeichnet, in Anlehnung an den Namen des fiktiven Heimatplaneten von Luke Skywalker aus der Star-Wars-Saga, der ebenfalls um ein Sonnenpaar kreist. Kepler-1647b ist rund 3700 Lichtjahre von der Erde entfernt. Für einen kompletten Umlauf um seine beiden Sterne benötigt er 1107 Erdentagen.

Zusätzlich nehmen die Forscher auf dem Modellplaneten eine erdähnliche Atmosphäre überwiegend aus Stickstoff an. Unter diesen Annahmen, schreiben die Forscher, hätte die Venus unter Umständen bis vor 715 Millionen Jahren einen Ozean aus flüssigem Wasser haben können.

Entscheidend dafür ist die dünne, sehr stickstoffreiche und kohlendioxidarme Atmosphäre kombiniert mit der sehr langsamen Rotation des Planeten. Sie erlaubt es Venus in der Computersimulation, auf der Nachtseite sehr viel Wärme abzustrahlen. Dadurch gleicht das Modellsystem die hohe Sonneneinstrahlung aus, die sich durch die Nähe zu unserem Zentralgestirn ergibt.

Kein Treibhauseffekt
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