Moderne Katalyseverfahren machen auch aus billigem Rohöl hochwertige Kraftstoffe
Raffinerien müssen modernisiert werden

Ab 2005 gelten neue EU-Standards für den Schwefelgehalt bei Diesel. Für die Mineralölbranche in Deutschland sind die neuen Grenzwerte kein Problem. Seit 2001 gelten hier zu Lande bereits strengere Schwefelwerte. Weltweit hat die Mineralölwirtschaft jedoch die großen Investitionen noch vor sich.

HB DÜSSELDORF. Bis 2008 stehen in der Branche nach Erhebungen der Unternehmensberatung Frost & Sullivan Ausgaben in Höhe von mehr als 100 Milliarden Dollar an, um die Umweltauflagen einzuhalten, die Qualitäten der Treibstoffe zu erhöhen und die Kapazitäten aufzustocken.

Manchmal können schon kleine Anreize der Politik einen großen technologischen Fortschritt bewirken. So war es jedenfalls bei der Herstellung von schwefelarmem Kraftstoff: Bis ins Jahr 2001 waren in Deutschland Treibstoffe mit mehr als 50 Milligramm Schwefel je Kilogramm üblich. Kaum hatte die Bundesregierung zum 1. November 2001 die Mineralölsteuer für schwefelreichen Sprit um drei Pfennig je Liter erhöht, stellten die Ölkonzerne komplett auf schwefelarmen Sprit mit maximal 50 Milligramm Schwefel um. Als dann zum Jahresbeginn 2003 die „Strafsteuer“ bereits ab 10 Milligramm galt, nahm die Branche auch diese Hürde souverän.

Der geringere Schwefelgehalt soll die Umwelt schützen. Die Entschwefelung geschieht in den Raffinerien in einem so genannten Hydrofiner. Die Produktströme werden darin mit Wasserstoff gemischt und erhitzt. Bei Temperaturen oberhalb von 300 Grad verbindet sich der Schwefel mit Hilfe eines Katalysators mit dem Wasserstoff zu Schwefelwasserstoff. Aus diesem wird in einer nachgeschalteten Anlage wieder elementarer Schwefel gewonnen – und der Wasserstoff der Anlage erneut zugeführt. „Die Umstellung auf schwefelfreien Kraftstoff ist in Deutschland abgeschlossen“, heißt es inzwischen aus den Unternehmen. „Die deutschen Unternehmen haben stark investiert“, sagt Tobias Lewe von der Unternehmensberatung A.T. Kearney in Düsseldorf.

Zwar seien die Raffinerien in Deutschland recht alt, doch dank kontinuierlicher Investitionen erfülle die Branche bereits heute die EU-Anforderungen an die Spritqualität im Jahre 2009. Insgesamt seien in Europa in den vergangenen Jahren mehr als fünf Milliarden Euro von der Mineralölwirtschaft in die Entschwefelung investiert worden. Jetzt gelte es für die Branche – vor allem in Deutschland – die Investitionen wieder einzuspielen, sagt Lewe.

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