Modernste Informationstechnik
Berliner Klinik vernetzt ihre OPs

Die Zukunft beginnt in Berlin: Am Unfallklinikum Marzahn haben neue Operationstechniken Einzug gehalten. Diese zeichnen sich durch einfache und vor allem platzsparende Nutzung aus. Zugunsten der Patientensicherheit rudern die neuen Methoden dabei auch bewusst gegen den Spartrend.

BERLIN. Im OP des Unfallkrankenhauses Berlin-Marzahn (UKB) scheint alles zu schweben – außer den Patienten und den Ärzten. Medizinische Geräte und Monitore hängen wie an den Tentakeln einer Krake von der Decke und sind frei beweglich. Das ist kein technikverliebter Gag, sondern ein wesentliches Merkmal des OPs der Zukunft, der sich durch Ergonomie und neueste Informationstechnik auszeichnet.

Im Vergleich dazu scheint in vielen Krankenhäusern die Zeit stehen geblieben zu sein. „Während die Medizin immerzu Fortschritte macht, gibt es bei der OP-Technik seit dreißig, vierzig Jahren kaum Bewegung“, beklagt Walter Schaffartzik, Ärztlicher Leiter des UKB. Allenfalls werden neue Geräte hereingerollt, mit der Folge, dass Ärzte und Pfleger sich gerade mal auf 40 Prozent der Fläche bewegen können, der Rest ist zugestellt.

Am UKB haben sie freie Bahn, können Monitore, Lampen und Geräte an den beweglichen Armen so positionieren, wie es am besten passt. Dazu muss teilweise noch nicht mal Hand angelegt werden – die Lage des OP-Tisches etwa lässt sich mit einfachen Sprachkommandos verändern, und mit einem beherzten „OP-Lampe an!“ kommt Licht in die sehr aufgeräumte Szenerie.

Zusammen mit dem amerikanischen Medizintechnikhersteller Stryker hat das UKB zwei seiner 14 Operationssäle optimiert. Kein Narkose- oder Endoskopiegerät muss auf schweren Wagen hereingerollt werden. Kein Kabelsalat oder -bruch mehr oder die Gefahr gequetschter Schläuche. „Das erhöht die Patientensicherheit“, sagt Michael Wich, Unfallchirurg im UKB und medizinischer Initiator des Projekts. Nebeneffekt für die Klinik: „Die Ausfallzeit zwischen den Operationen wird verkürzt, da der Saal durch die Deckenmontage der Geräte rasch gereinigt werden kann“, sagt Wich.

Die Reinigung fällt zudem leichter: Wich und seine Kollegen müssen nicht mehr mit blutverschmierten Händen an den einzelnen Geräten herumfingern: Die sind über eine zentrale Steuereinheit miteinander verbunden und per Touchscreen oder per Sprache zu bedienen. Eine weitere Spezialität: Da die Videoaufzeichnung der OPs von jedem PC im Haus verfolgt werden können, kann per Konferenzschaltung rasch eine Zweitmeinung eingeholt werden. „Bisher vergeht leicht eine gute halbe Stunde, bis ein Kollege im OP eintrifft“, sagt Wich. Zudem können digitale Röntgenbilder oder digitale Patientendaten aus dem Archiv während des Eingriffs auf die Monitore übertragen werden.

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