Monatelanges Training
Vorbereitungen für „Venus Express“

Der „Venus Express“ ist die erste europäische Mission zum nächstgelegenen Nachbarplaneten der Erde. Der Mission ging ein monatelanges Training voraus, zahlreiche Probleme wurden dabei einkalkuliert.

HB DARMSTADT. Es ist wieder einmal so ein Tag, an dem alles schief geht. Zuerst ist ein wichtiges Mitglied des Teams krank geworden, und jetzt fällt auch noch ein Computer im Kontrollraum aus. Zu allem Überfluss trifft es das einzige Gerät, von dem aus Befehle an den Satelliten geschickt werden können. Und der ist ein prestigeträchtiges Stück.

Zum Glück ist alles nur eine Übung - eine von Dutzenden, mit denen sich die Spezialisten im Satellitenkontrollzentrum der Europäischen Raumfahrtagentur ESA in Darmstadt seit Anfang Juli auf den Start von „Venus Express“ vorbereiten. Nach einer rund fünfeinhalbmonatigen Reise durch das All soll die Sonde in eine Umlaufbahn um den Planeten gebracht werden und von dort aus dessen Atmosphäre und Oberfläche erforschen.

Bei den Simulationen steuert das Flugkontrollteam zwar letztlich nur einen Computer ein paar Räume weiter. Doch der bildet detailgenau das Verhalten des Satelliten samt aller Instrumente an Bord ab. Die Spezialisten können so dessen Steuerung vom Routinebetrieb bis zu anspruchsvollen Manövern unter realitätsnahen Bedingungen trainieren, ohne dass wie im Ernstfall gleich der Erfolg der gesamten Mission daran hängt. Denn von dem Moment an, in dem sich die Sonde von der Trägerrakete trennt, liegt das Schicksal von „Venus Express“ in den Händen dieses Teams.

So wie jetzt wird es dann im Kontrollraum vor den Bildschirmen sitzen und anhand unzähliger Tabellen, Zahlenreihen und Grafiken jede Regung des Satelliten beobachten. Flugdynamiker verfolgen, ob seine Bahn mit den Berechnungen übereinstimmt. Temperatur- und Richtungsmessgeräte an Bord werden überwacht, ebenso die Verbindungen zu den Bodenstationen, über die das Kontrollzentrum Funkkontakt zum Satelliten hält. Computerexperten achten auf Auffälligkeiten - und schlagen bei Problemen Alarm, so wie jetzt, rund 24 Stunden nach dem Start.

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Vorbereitungen für „Venus Express“

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