Montage im All
Astronauten bereiten ISS-Ausbau vor

250 Kilometer über der Erde haben die Arbeiten zum Ausbau der Internationalen Raumstation ISS begonnen. Beim ersten Außeneinsatz der aktuellen Discovery-Mission hatten die Astronauten noch Zeit, den Mond zu bewundern. In den nächsten Tagen dürfte das anders werden.

HB HOUSTON. Die Astronauten der US-Raumfähre „Discovery“ haben die ersten Aufgaben ihres Außeneinsatzes an der Internationalen Raumstation ISS bewältigt. In 250 Kilometer Höhe über der Erde schwebend, bereiteten Scott Parazynski und Douglas Wheelock am Freitag den Ausbau der Raumstation vor. An die ISS soll das in Italien gebaute zylinderförmige Verbindungsmodul „Harmony“ angeschlossen werden. Zuvor mussten die Astronauten aber unter anderem eine defekte Antenne abbauen und in der Raumfähre „Discovery“ verstauen.

Das am Mittwoch gestartete Shuttle hat „Harmony“ in seiner Ladebucht in den Weltraum gebracht. In der „Discovery“ bedienten die Astronauten Daniel Tani und Stephanie Wilson einen Kran, mit dem sie das fast 15 Tonnen schwere Modul langsam und vorsichtig aus dem Laderaum hoben. An der ISS waren unterdessen Parazynski und Wheelock damit beschäftigt, ein Gitterstrukturelement so vorzubereiten, dass es an einer anderen Stelle der ISS angebracht werden kann.

Koordiniert wurden die Arbeiten zur Montage des sogenannten Verbindungsknotens Nr. 2 vom italienischen ESA-Astronaut Paolo Nespoli. Mit dem Modul vergrößert sich der Lebensraum in der ISS um 70 Kubikmeter. Erst wenn „Harmony“ an der ISS angebracht wurde, können im Dezember dieses Jahres das europäische Weltraumlabor „Columbus“ und im April 2008 das japanische Labor „Kibo“ angeschlossen werden.

Der erste von fünf geplanten Außeneinsätzen des „Discovery“- Fluges, der eine halbe Stunde früher als geplant begann, war auf sechseinhalb Stunden angesetzt. Als letzte Tagesaufgabe standen vorbereitende Montagearbeiten an einer Halterung für Sonnensegel an. Trotz der Anstrengung schienen die beiden Astronauten ihren Einsatz zu genießen. „Schau Dir den Mond an“, sagte Parazynski zu seinem Weltall-Gefährten. „Was für ein Anblick“, erwiderte dieser.

Zugleich gab es gute Nachrichten: Nach Angaben der Nasa wurden beim Start der „Discovery“ am Dienstag keine nennenswerten Schäden am überlebenswichtigen Hitzeschild der Raumfähre angerichtet. „Das ist eine fantastische Nachricht“, sagte „Discovery“-Kommandantin Pamela Melroy. Nun könne sich die Crew auf ihre Montagearbeiten an der ISS konzentrieren. Vor allem die Einsätze in den nächsten Tagen gelten unter Experten als technisch anspruchsvoll und kompliziert.

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