Motortechniken
Dieselmotoren schlucken alles

Flottenbetreiber sind verunsichert: Welcher Motortechnik gehört die Zukunft? Erneuerbare Kraftstoffe als umweltfreundliche und sparsame Alternativen stehen hoch im Kurs. Welches Konzept tatsächlich das Klima und die Betriebskasse schont und in ausreichender Menge verfügbar sein wird, ist heute noch nicht abzusehen. Alles scheint möglich.

BERLIN. Diesen Eindruck vermittelt zumindest Volvo, die jetzt gleich sieben LKWs vorgestellt haben, die jeweils mit unterschiedlichen nicht-fossilem Kraftstoff bewegt werden können.

Ihre Motoren kommen sowohl mit Biodiesel als auch mit synthetischem Diesel klar, mit Ethanol bzw. Methanol, Biogas sowie Kombinationen aus Biogas mit Biodiesel und Wasserstoff mit Biogas. Die Volvo-Botschaft lautet: Die Motortechnik ist weit vorangeschritten, die Verfügbarkeit alternative Kraftstoffe weniger. Nun käme es darauf an, die Produktion und den Vertrieb nachhaltiger Kraftstoffe aufzubauen und langfristig zu sichern, gibt Claes Nilsson, Chef der Europa-Division von Volvo Trucks, den Ball an die Treibstoffhersteller weiter.

Klar ist, dass noch etliche Jahre ins Land gehen werden, bis die alternativen Treibstoffe in ausreichender Menge vorhanden sein werden. Volvo wie auch die Mitbewerber gehen nicht davon aus, dass sich bald eine Alternative klar etablieren wird: „Wir glauben auch nicht, dass ein einziger Kraftstoff allein den fossilen Brennstoff Öl ersetzen kann“, sagt Lars Mårtensson, Environmental Director bei Volvo Trucks. In Zukunft werde es wahrscheinlich eine ganze Reihe alternativer Kraftstoffe in unterschiedlichen Mengen geben.

Gut im Rennen sind Biokraftstoffe der zweiten Generation, die, im Gegensatz zu Soja- und Rapsöl, die heute zur Herstellung von Biodiesel verwendet werden, aus unterschiedlicher Biomasse hergestellt werden können. Bekannt ist das sogenannte „Sun Diesel“, ein synthetisches Diesel, das aus Holzabfällen gewonnen wird. Entwickelt hat es die Freiberger Firma Choren. Verarbeitet werden kann auch Klärschlamm, Tiermehl oder sogar aufbereiteter Hausmüll.

Shell, Daimler und VW sehen in dem synthetischen Treibstoff ein großes Potenzial – vor allem, weil mit ihm der CO2-Ausstoß um fast 90 Prozent gedrückt wird. „Das Zündverhalten ist zudem besser als bei üblichem Diesel, und zur Versorgung lässt sich die vorhandene Infrastruktur nutzen“, sagt Raimund Grammer, Technologiesprecher der Daimler-Nutzfahrzeugsparte. Der Konzern setzt neben verflüssigtem Biogas, was im Gas to Liquid-Verfahren hergestellt wird, auf diesen neuen Diesel. Motoren, die mit diesen Treibstoffen betrieben werden, sollen unter anderem bei den Stuttgarter Verkehrsbetrieben getestet werden.

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