Forschung + Innovation
Münchner Forscher entdecken ungewöhnlich kleinen Saurier

Ein deutsch-argentinisches Forscherteam hat eine bisher unbekannte, kleine Saurier-Art entdeckt. Die Tiere zählten zwar zu den Langhalssauriern, hätten aber einen ungewöhnlich kurzen Hals gehabt.

dpa MüNCHEN/LONDON. Ein deutsch-argentinisches Forscherteam hat eine bisher unbekannte, kleine Saurier-Art entdeckt. Die Tiere zählten zwar zu den Langhalssauriern, hätten aber einen ungewöhnlich kurzen Hals gehabt.

Das berichtet die Gruppe um den Münchner Paläontologen Oliver Rauhut im britischen Fachjournal „Nature“. Während andere so genannte Sauropoden mehr als 30 Meter maßen, sei der in Südamerika entdeckte Brachytrachelopan mesai nur zehn Meter lang oder kürzer gewesen.

Die Dinosaurierart, die im späten Jura vor 150 Mill. Jahren lebte, widerspreche dem gängigen Bild der Riesenechsen mit massigem Körper, langem Hals und langem Schwanz. Dies zeige, dass die als wandlungsunfähige Riesen geltenden Sauropoden noch erfolgreicher und anpassungsfähiger waren als allgemein angenommen und sich rasch auf neue Lebensräume einstellen konnten.

Die neu entdeckte Saurierart habe sich vermutlich auf niedrigwachsende Pflanzen spezialisiert und sei deshalb nicht so groß geworden wie andere Sauropoden, erläuterte Rauhut. „Somit mögen umgekehrt die geringe Nahrungsspezialisierung und der lange Hals anderer Sauropoden wichtige Voraussetzungen für ihren Gigantismus gewesen sein.“ Die Sauropodengruppe, zu denen der Brachytrachelopan mesai zählt, habe sich vermutlich schnell und weit verbreitet. Vertreter dieser Gruppe seien auch aus Ostafrika bekannt.

Das Team um Rauhut hatte den neuen Saurier in Patagonien in der argentinischen Provinz Chubut ausgegraben. Gefunden hatte ihn ein dort ansässiger Schafzüchter namens Daniel Mesa auf der Suche nach einigen verlorenen Schafen. Nach seinem Finder erhielt der Dinosaurier auch seinen Namen Brachytrachelopan mesai - übersetzt: Mesas kurzhalsiger Hirtengott.

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