Musikhören im Vorübergehen
Der MP3-Player wird zum Radio

Kopfhörer tauschen ist out. Bei Jook kann jeder mithören. Das amerikanische Start-up Jook setzt auf die Kommunikationsfreude der Jugendlichen und macht mit einer kleinen Zusatztechnik Musikspieler zu kleinen Radiostationen. Alle Songs können im Umkreis von zehn Metern empfangen werden.

SUNNYVALE. Min-Liang Tan hat sich viel vorgenommen. Er will nicht weniger als das Social Networking aus dem Internet befreien und auf die Straße und in die U-Bahn bringen. Jook heißt das neue Start-up aus dem kalifornischen Carlsbad. Das tönende Facebook will das heißeste Phänomen des Internets mit der ewigen Nummer eins der Jugend weltweit verbinden: Musik. Jook ist die Blaupause eines Web 2.5, in dem das Internet den digitalen Raum verlässt und unsichtbarer Teil der normalen Lebensrealität der Menschen wird. Jook wird auch im März auf der Computermesse Cebit vertreten sein.

Jook besteht aus einem kleinen Sender im 2,4 GHz-Bereich, einem Übertragungsprotokoll und einer Internetseite. Zusammen sollen sie das gemeinsame Hören von Musik ermöglichen und später die Musikfreunde im Internet zusammenführen, die gegenseitig dann ihre Musiksammlungen bewerten, diskutieren oder sich kennen lernen können.

Die Hardware besteht aus ein paar Chips und wird nach den Vorstellungen von Tan bald in jedem gängigen MP3-Player oder Musikhandy integriert sein oder als Adapter an iPod und Co angestöpselt werden. Dazu kommt eine farbige Anzeige, die als Teil des Kopfhörerkabels vor der Brust hängt oder später als Leuchtdiode im Ohrhörer integriert sein könnte. Die Technik dürfte nicht mehr als zehn Dollar kosten.

Ein Schalter erlaubt es dem Musikfan, zwischen drei Modi zu wählen: „Me“, „Us“ und „U“. Im „Me“-Modus findet keine Radiosendung statt und die Leuchtanzeige ist aus. Niemand kann mithören. Im „Us“-Modus sendet der Nutzer wie eine Mini-Radiostation an andere mit Jook-Geräten im Umkreis von zehn Metern. Die Anzeige glüht rot, so wie eine typische „Achtung, auf Sendung“-Warnung in Funkhäusern. Damit ist klar, dass sich andere in dieses Programm einwählen können. Wer mithört, zeigt dies dadurch an, dass seine Leuchtanzeige grün glimmt, er ist im „U“-Modus.

Die Lieder werden aber nicht in den Speicher des anderen Geräts übertragen, sondern nur gespielt, eben wie Radio. Ein Zuhörer hat aber die Möglichkeit, sich einzelne Lieder digital zu markieren. Dann werden Angaben wie Titel, Interpret und Musiklabel festgehalten. Außerdem wird – wenn aktiviert – ein kleiner Datensatz über den Musikbesitzers mitgesendet. Der Sender kann sehen, wer gerade bei ihm mithört.

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