Nach Fälschungsvorwurf
Japanische Forscherin widerruft Stammzellstudie

Im Januar erregte eine japanische Stammzellstudie weltweit Aufsehen. Doch schnell wurden Fälschungsvorwürfe gegen die Studienleiterin laut. Die Forscherin wehrte sich zunächst, nun gibt sie offenbar auf.
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TokioDie japanische Stammzellenforscherin Haruko Obokata hat eingewilligt, zwei umstrittene Veröffentlichungen über die Erzeugung von Stammzellen zurückzuziehen. Eine Sprecherin des renommierten Riken-Zentrums für Entwicklungsbiologie in Kobe bestätigte am Mittwoch, dass die 30-Jährige der Rücknahme beider Papiere zugestimmt habe. Der Forscherin war Manipulation und Fälschung vorgeworfen worden, was sie jedoch zunächst zurückgewiesen hatte.

Auf der Stammzellenforschung ruhen große Hoffnungen im Kampf gegen heute noch unheilbare Krankheiten wie Krebs oder Alzheimer. Unter Leitung von Obotaka hatten Forscher aus Japan und den USA Ende Januar im britischen Fachblatt „Nature“ berichtet, dass sie unter anderem mit Hilfe von Zitronensäure Körperzellen neugeborener Mäuse in eine Art embryonalen Zustand zurückversetzt hatten. Diese sogenannten STAP-Zellen könnten sich wieder in nahezu jeden Zelltyp entwickeln.

Forscherkollegen wunderten sich bald, weshalb sie die Ergebnisse der hochgelobten Studie nicht wiederholen konnten. Das staatlich geförderte Riken-Institut hatte Obaka schließlich im April geraten, die Forschungsartikel zurückzunehmen, nachdem man herausgefunden hatte, dass Aufnahmen in der Studie solchen aus Obokatas Doktorarbeit aus dem Jahr 2011 ähnelten.

Eine Rücknahme kam für die Wissenschaftlerin jedoch zunächst nicht infrage. Sie begründete dies damit, dass eine Rücknahme bedeuten würde, dass die Forschungsergebnisse falsch seien. Dies sei aber nicht der Fall. Schließlich willigte die Forscherin willigte am 29. Mai in die Rücknahme eines der Texte ein - laut ihrem Anwalt wollte sie aber an dem wichtigeren Text festhalten, der die eigentlichen Ergebnisse und die Methode zur STAP-Herstellung enthielt.

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Japanische Forscherin widerruft Stammzellstudie

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Anwalt meldet Zweifel an

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