Nachgefragt: Andreas Siemen
Andreas Siemen: „Eine ungleiche Behandlung“

DVB-T wird derzeit in den großen Ballungsräumen Deutschlands eingeführt. Das Handelsblatt sprach mit Andreas Simon, Mitglied der Geschäftsführung bei Kabel Deutschland, über den Konkurrenten der Kabelanbieter.

Handelsblatt: DVB-T wird derzeit in den großen Ballungsräumen eingeführt. Erwarten Sie massive Konkurrenz für das Kabel-TV?

Siemen: Nein. Wenn man die prozentuale Verbreitung von Kabel, Satellit und Antenne in Deutschland betrachtet, erwarten wir durch DVB-T keine großen Verschiebungen in diesem Kräfteverhältnis. Das Kabel und auch der Satellit bieten gegenüber der Antenne eine weitaus größere Programmvielfalt. Zudem können Kabelkunden bereits heute schon in fünf Städten über das TV-Kabel ins Internet gehen, und für das nächste Jahr stehen weitere Kabel-Highspeed-Einführungen an.

In Berlin läuft DVB-T bereits. Wie sind die Erfahrungen?

In der Region Berlin/Brandenburg hat Kabel Deutschland durch die DVB-T-Umstellung sogar Kunden dazugewonnen. Bei der abrupten Umstellung von analogem auf digitales Antennenfernsehen wurden die Antennenkunden gezwungen, sich einen Digitalreceiver zuzulegen, sonst blieb der Bildschirm schwarz. Hier sind einige Kunden auf das Kabel umgeschwenkt.

Warum sollte ein Kunde statt DVB-T überhaupt auf das teurere Kabelangebot gehen?

Der Kabelanschluss ist vielfältiger, zukunftssicherer und komfortabler. Das Kabel bietet schon heute mit weit mehr als 100 digitalen TV-Programmen eine große Vielfalt, mehr Service am Kunden und mehr Zusatzleistungen wie z. B. Internet über TV-Kabel. DVB-T mit seinen gerade einmal 24 digitalen Sendern ist bereits am Ende der Möglichkeiten und ohne Aussicht auf weitere Zusatzleistungen. An den Kabelanschluss kann ich beliebig viele Endgeräte anschließen – bei DVB-T benötige ich für jedes Endgerät einen speziellen Empfänger. Zudem ist die Antenne wetteranfällig, und bei Störungen oder Defekten muss der Fernsehzuschauer selber aufs Dach klettern und die Reparatur vornehmen bzw. dem Fachmann teuer bezahlen. Beim Kabel ist dies alles im Service inbegriffen.

Sehen Sie durch die Förderung von DVB-T eine Wettbewerbsverzerrung?

Wir möchten nichts weiter als eine Gleichbehandlung der Infrastrukturen Kabel, Satellit und Antenne. Dies ist durch die Finanzierung von DVB-T mit öffentlichen Mitteln nicht gegeben.

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