Nachgefragt: Gordon Moore
„Ein neuer PC alle zwei Jahre reicht“

Gordon Moore hat bereits vor 40 Jahren vorausgesagt, dass sich die Leistung eines Computerchips alle 18 Monate verdoppeln wird. Das Handelsblatt sprach mit dem Mitbegründer des Chipherstellers Intel über die permanente Weiterentwicklung der Datenspeicher.

Was für einen Computer benutzen Sie?

Ich besitze ein Notebook mit einem Centrino-Prozessor von Intel.

Kaufen Sie sich alle 18 Monate einen neuen PC, weil ihr aktuelles Gerät laut Ihrem Gesetz dann heillos veraltet ist?

So wie bei jedem Mitarbeiter von Intel wird mein PC alle zwei bis drei Jahre ausgetauscht. Das genügt mir.

Sie haben mit dem nach Ihnen benannten „Moore’s Law“ die Entwicklung der Halbleiterindustrie der vergangenen vierzig Jahre ziemlich präzise vorhergesagt. Wie kamen Sie damals auf die Idee?

Im Jahr 1965 schrieb ich einen Aufsatz, der sich mit der Entwicklung der Halbleiterindustrie in den nächsten zehn Jahren befassen sollte. Der komplexeste Chip hatte damals 30 Transistoren. Ein Blick in die technischen Labore zeigte mir, dass sich die Anzahl der Transistoren auf einem Computerchip etwa alle zwei Jahre verdoppeln würde. Das habe ich einfach in die Zukunft hochgerechnet. Meine Vorstellungskraft endete damals allerdings bei 60 000 Komponenten. Zukünftige Mikroprozessoren werden aus Milliarden von Komponenten bestehen.

Gibt es für die permanente Weiterentwicklung bei den Computerchips einen Grund?

Ende der sechziger Jahre wurde die Mikroelektronik überwiegend zu militärischen Zwecken eingesetzt. Für das Militär spielten Kosten kaum eine Rolle. Ich beschrieb damals die Bedeutung integrierter Schaltungen als einen Weg, Mikroelektronik kostengünstiger herzustellen. Denn erst dann würde ein Einsatz in der Industrie möglich sein. Und bald darauf begann auch der Wettlauf um die beste Halbleitertechnik, in den die Regierungen und die Industrie bis heute Hunderte von Milliarden in Forschung und Entwicklung investiert haben.

Haben Sie 1965 die Entwicklung von Heimcomputern oder gar Computern für die Hosentasche für möglich gehalten ?

Tatsächlich hatte ich die theoretische Möglichkeit solcher Geräte in Betracht gezogen. Allerdings konnte ich mir nicht vorstellen, was jemand damit anfangen sollte. Die einzige Anwendung, die mir in den Kopf kam, war eine Rezeptedatenbank für Hausfrauen. Da habe ich mich wohl getäuscht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%