Nachgefragt
Interview: "Regeln beim Roboter-Fußball werden jährlich verschärft"

Ansgar Bredenfeld ist Leiter der Abteilung Behaviour Engineering beim Fraunhofer-Institut für Autonome Intelligente Systeme in Sankt Augustin. Er gilt als „Mr. Robocup“, da er die Veranstaltung maßgeblich organisiert. Das Handelsblatt sprach mit dem führenden Roboter-Forscher in Deutschland.

Herr Bredenfeld, warum müssen Roboter Fußball spielen?
Bredenfeld: Die Überlegung vor der ersten Weltmeisterschaft 1997 war, vielen Menschen unsere Forschungsergebnisse zu zeigen. Fußball ist ein einfach zu verstehendes Problem. Roboter müssen sich bewegen, ihre Umwelt wahr nehmen, schießen, sich abstimmen und so weiter. Das ist für uns Forscher einerseits deutlich komplexer zu realisieren als etwa Schach spielen. Für Zuschauer ist es andererseits sehr einfach zu verstehen.

Warum müssen es gleich Turniere sein? Damit die Forscher auch ihren Spaß haben?
Nicht nur. Denn ein Aspekt der Turniere ist, Forschungsergebnisse direkt zu vergleichen. Bei den Roboter-Fußballturnieren stehen die Regeln fest. Das heißt, alle Roboter spielen unter den gleichen Rahmenbedingungen und man kann tatsächlich fest stellen, welcher Roboter besser ist als der andere.

Werden die Regeln dem technischen Fortschritt angepasst?
Die Regeln werden von Jahr zu Jahr verschärft. Vor einigen Jahren haben wir zum Beispiel noch mit einer Bande gespielt. Das heißt, die Wahrnehmung der Roboter wurde nicht durch Zuschauer gestört, sondern konnte sich auf den roten Ball, das blaue und gelbe Tor, den grünen Rasen und die anderen Spieler konzentrieren. Diese Banden gibt es nicht mehr. Nun müssen die Roboter deutlich mehr visuelle Eindrücke verarbeiten. Das Ziel ist, dass die Roboter irgendwann in natürlichen Umgebungen operieren können.

Was hat sich denn im Vergleich zum Robocup 2004 getan?
Das Spielfeld ist größer, es gibt überhaupt keine Banden mehr und die Beleuchtung ist noch inhomogener geworden. Am Spielfeldrand steht ein Computer, der die Pfiffe der menschlichen Schiedsrichter elektronisch an die Spieler überträgt. Die Roboter müssen darauf reagieren, sie müssen sich auch selbstständig aufstellen.

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