Nächste Etappe auf Weg zum Mars
Ein warmes Plätzchen am Pol

Mit dem Bau einer internationalen Station auf dem Mond will die US-Raumfahrtbehörde Nasa die Erschließung des Weltraums vorantreiben. Die Entscheidung für den Aufbau einer permanenten Station bis zum Jahr 2024 sei nach Konsultationen mit hunderten Experten aus 14 Ländern gefallen, erklärte Nasa-Sprecherin Shana Dale am Montag in Houston bei der Vorstellung der Pläne.

HB HOUSTON. Die Mondstation soll an einem der beiden Pole entstehen und mit Solarkraft betrieben werden. An den Polen des Mondes ist es wärmer als etwa am Äquator. Zudem scheint an den Polen länger die Sonne, was die Stromversorgung mit Solaranlagen erleichtern würde. Die Station soll laut Nasa der Ausgangspunkt zur weiteren Erforschung des Alls und zur Ausweitung der menschlichen Zivilisation sein. Der Baubeginn ist nach einer Reihe von Flügen zum Mond geplant. Als nächste Station wird bereits der Mars ins Auge genommen.

Während sich die „Apollo“-Missionen der 60er Jahre auf das Gebiet zwischen den beiden Polen des Mondes konzentrierten, soll die geplante Station an einem der beiden Fixpunkte entstehen. Am Süd- oder Nordpol solle dafür eine fünf Kilometer lange Zone errichtet werden, sagte die Chefin der Mission, Shana Dale, am Montag im Raumfahrtzentrum in Houston. An den Polen gebe es am längsten Licht. Die Temperatur sei nicht ganz so frostig wie an anderen Punkten des Erdtrabanten. Außerdem gebe es in der Umgebung mögliche Bodenschätze. Allerdings wisse die Nasa noch zu wenig über die Struktur der beiden Pole, um sich für einen zu entscheiden. „Wir untersuchen gerade die Besonderheiten“, sagte Co-Missionschef Scott Horowitz.

Erste Testflüge sind den Angaben zufolge für 2009 und 2014 geplant. Sechs Jahre später steht die erste Landung einer vierköpfigen Crew an. Zunächst sollen die Astronauten jeweils nur kurze Zeit auf dem Mond verbringen. Bis 2024 soll der Vorposten aber dann so ausgebaut werden, dass Missionen von einem halben Jahr möglich sind. Die Nasa hofft, dass für die Versorgung der Mondstation vor Ort Sauerstoff, Wasserstoff und andere Ressourcen gewonnen werden können.

Die Mondstation soll als Basis für weiterführende Flüge zum Mars dienen. Die Nasa wolle Infrastruktur und Kommunikation in der Station aufbauen, sagte Dale. Alles andere könne von Unternehmen und anderen Raumfahrtbehörden gestaltet werden. In der Mondstation sollen wissenschaftliche Experimente durchgeführt werden. Außerdem könnte sie als Testumgebung für Technologien dienen, die die Nasa für künftige Reisen zum Mars verwenden will.

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