Forschung + Innovation
Nahrungsbranche setzt auf Functional Food

Im Handel sind mehr und mehr Lebensmittel erhältlich, die einen Zusatznutzen enthalten, sogenanntes „Functional Food“. Während immer neue Produkte auf den Markt drängen, versuchen Forscher herauszufinden, ob die angepriesenen Wirkungen tatsächlich erzielt werden.

DÜSSELDORF. Die Nachfrage ist immens: Verbraucher wünschen sich in steigendem Maße Produkte, die nachweisbar zu einer gesunden Ernährung beitragen. Dem entsprechend bringen die Hersteller immer neue Lebensmittel mit Zusatznutzen auf den Markt. Gleichzeitig arbeitet ein Heer von Wissenschaftler daran, die gesundheitsfördernde Wirkung von so genanntem „Functional Food“ zu belegen – schließlich ist die Skepsis der Konsumenten groß, ob die behauptete Wirkung nicht nur ein simpler Werbegag sein könnte.

Werbung mit Krankheitsbezug nach dem Muster „Beugt Krebs vor“ ist in Deutschland ohnehin verboten. Doch hat sich inzwischen eine Grauzone mit pauschalen gesundheitsbezogenen Angaben wie „Stärkt die Abwehrkräfte“ – beispielsweise für probiotische Milcherzeugnisse gebildet. Alleine dafür, dass klinische Studien im Auftrag des französischen Nahrungsmittelkonzerns Danone Anhaltspunkte geliefert haben, dass beistimmte Stämme probiotischer Mikroorganismen im Joghurt-Drink der Marke „Actimel“ einen positiven Effekt auf die Darmgesundheit haben können, zahlt der Verbraucher bereits Premiumpreise.

Seit Mitte der neunziger Jahre ist „Actimel“ mit jährlich zweistelligen Zuwachsraten ein Garant für den anhaltenden Danone-Erfolg. Weil die Kunden für „Actimel“ doppelt so viel zahlen wie für konventionelle Milchgetränke, blieb der Nahrungsmittelgigant von einer EU-weiten Erosion der Preise für Milchprodukte verschont. Ebenso im Trend lagen die Schweizer Molkerei Emmi, mit seinem Cholesterin senkenden Joghurt-Drink „Benecol“ und der niederländisch-britische Foodkonzern Unilever mit der ebenfalls Cholesterin senkenden Margarine „Becel pro activ“.

Der Verkaufspreis für eine solche „Functional Food“-Margarine liegt etwa um das Sechsfache über dem haushaltsüblicher Streichfette, wie das Marktforschungsunternehmen AC Nielsen feststellte. In einigen europäischen Ländern – allerdings nicht in Deutschland – zahlen die Krankenkassen sogar Zuschüsse für den Konsum Cholesterin senkender Nahrungsmittel.

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