Naica-Minen in Mexiko
Uraltes Leben in bizarrer Kristallhöhle

Die Naica-Minen in Mexiko sind in der ganzen Welt bekannt für ihre bizarren Riesenkristalle. Jetzt haben Geologen im Inneren der vermeintlich lebensfeindlichen Höhle uraltes Leben entdeckt.

HeidelbergDie Kristallhöhle unterhalb der Naica-Mine in Mexiko gehört zu den extremsten Orten der Erde: Die Temperaturen in der Cueva de los Cristales liegen bei rund 50 Grad Celsius, die Luftfeuchtigkeit erreicht Werte von 99 Prozent. Menschen können hier nur in gekühlten Spezialanzügen arbeiten, sonst droht ihnen innerhalb von Minuten der Tod.

Andererseits konnten die bis zu 14 Meter langen, zwei Meter dicken und 55 Tonnen schweren Gipskristalle der Höhle nur unter extremen Bedingungen entstehen. Und dennoch birgt selbst dieser schaurig-schöne Ort Leben, das mit den außergewöhnlichen Umständen zurechtkommt, wie die Nasa-Astrobiologin und Höhlenforscherin Penelope Boston jetzt auf der Jahrestagung der American Association for the Advancement of Science (AAAS) in Boston berichtete.

Innerhalb der Kristalle überdauerten demnach winzige, mit Flüssigkeit gefüllte Blasen, in denen Boston und ihr Team wiederum Mikroben nachweisen konnten. Diese müssen in diesen Hohlräumen mindestens 50.000 Jahre in einer Art Ruhezustand existiert haben, bevor sie von den Wissenschaftlern wieder zum Leben erweckt wurden.

Insgesamt identifizierten die Forscher rund 100 Mikrobenarten – die Mehrheit davon Bakterien –, von denen 90 Prozent bislang völlig unbekannt waren. Zuvor schon hatten Forscher Mikroben an den Wänden sowie in heißen Salzquellen der Höhle beschrieben: Diese ähneln den Mikroben in den Kristallen, weisen aber so große Unterschiede auf, dass es sich wohl jeweils um eigenständige Arten handelt.

Sie alle stellen jedoch eine sehr spezielle Anpassung des Lebens dar. Außerhalb ihres Ökosystems besitzen sie keine bislang bekannten näheren Verwandten.

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Uraltes Leben in bizarrer Kristallhöhle

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Bizarres Ökosystem ohne Sonnenlich

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