Forschung + Innovation
Nano-Biotechnologie gegen Krebs und Alzheimer

Bei der Behandlung von Krankheiten wie Krebs und Alzheimer wird die so genannte Nano-Biotechnologie laut Experten künftig eine erhebliche Rolle spielen. Nach mehrjähriger Grundlagenforschung werde jetzt an der Entwicklung von Anwendungen gearbeitet.

dpa MüNSTER. Bei der Behandlung von Krankheiten wie Krebs und Alzheimer wird die so genannte Nano-Biotechnologie laut Experten künftig eine erhebliche Rolle spielen. Nach mehrjähriger Grundlagenforschung werde jetzt an der Entwicklung von Anwendungen gearbeitet.

Das sagten Wissenschaftler zum Auftakt eines Kongresses für Nano-Biotechnologie in Münster. Erkenntnisse aus dem noch jungen Forschungsgebiet könnten etwa helfen, Substanzen in einer geringen Menge von nur einem billionstel Gramm im Blut zu messen.

Damit könnte ein Eiweiß nachgewiesen werden, dass sich zu Beginn einer Alzheimer-Erkrankung im Gehirn in äußerst geringer Konzentration ansammelt. So ließe sich die Demenzkrankheit zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt erkennen, sagte Frank Schröder- Oeynhausen vom Münsteraner Zentrum für Nanotechnologie.

Zudem wird an neuen Darreichungsformen für Medikamente gearbeitet. Moleküle im Nanomaßstab könnten Arzneien bis zu ihrem Wirkort transportieren, ohne den Rest des Körpers zu sehr zu belasten. „Damit könnte beispielsweise Zuckerkranken Insulin ohne Spritze verabreicht werden“, erklärte Schröder-Oeynhausen.

Bei der Nano-Biotechnologie wird in der Größenordnung eines millionstel Millimeters (Nanometers) gearbeitet. In Europa sind Forscher und Unternehmen aus dem Bereich seit rund eineinhalb Jahren in einem von der EU geförderten Netzwerk zusammengeschlossen. „Es ist ähnlich wie beim Flugzeugbauer Airbus: Es gibt keinen Ort in Europa, an dem man von der Forschung bis zur Produktentwicklung alles machen könnte. Deswegen sind wir zur Zusammenarbeit gezwungen“, sagte Patrick Boisseau aus Frankreich als einer der Leiter des Netzwerks.

Mit dem dreitägigen Kongress, zu dem die Veranstalter 250 Teilnehmer aus zwölf Nationen erwarten, wollen die Beteiligten Forscher, Unternehmen und Geldgeber die Wettbewerbsfähigkeit Europas in der Nano-Biotechnologie stärken.

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