Nasa-Chef Bolden
„Mitte 2030 geht es zum Mars“

Nasa-Chef Charles Bolden erläutert im Interview die Pläne für bemannte Marsflüge – und erklärt, warum China weder mit zum Mars noch auf die Raumstation ISS darf.
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Herr Bolden, warum sind Sie gegen eine chinesische Beteiligung an der Internationalen Raumstation ISS?

Das liegt nicht an der Nasa, sondern an der Einrichtung, die uns finanziert, dem US-Kongress. Und der will nicht, dass wir mit China zusammenarbeiten.

Nach dem Ende der Shuttleflüge sollen künftig kommerzielle Anbieter Fracht und Astronauten zur Raumstation (ISS) bringen. Eine der Firmen, Space X, musste dieser Tage erneut den ersten Flug eines unbemannten Raumschiffs zur ISS verschieben. Ist der Zeitplan zu halten, wonach um 2016 die erste Crew mit diesem „Taxidienst“ zur Station gebracht wird?

Es wird wohl eher 2017 sein, weil es Probleme mit der Finanzierung gibt. Wir haben jetzt zwei Mal in Folge vom Kongress nur etwa die Hälfte des Geldes bekommen, das eigentlich für das Programm nötig ist. Man kann nichts voranbringen, wenn man kein Geld dafür hat.

Langfristig will die Nasa bemannte Missionen zu ferneren Zielen starten, jenseits des erdnahen Raums, wo die ISS fliegt. Wann geht es los?

Für diese Flüge wird derzeit eine neue Schwerlastrakete namens SLS (Space Launch System) entwickelt sowie eine Kapsel für die Crew, „Orion“. Der erste Testflug dieser Kapsel wird bereits in zwei Jahren sein, auf einer Delta-Rakete. Die Kapsel soll auf einer extrem elliptischen Umlaufbahn die Erde mehrfach umkreisen und dann zurückkehren.

Damit soll gezeigt werden, dass Orion robust genug ist, um einen Raumflug und einen Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zu überstehen. 2017 soll erstmals SLS abheben. Um 2020/2021 soll dann der erste bemannte Flug erfolgen.

Wohin wird der führen?

Das diskutieren wir gerade. Im Gespräch ist eine Mondumrundung. Damit ließe sich zeigen, wie man zu einem anderen Körper in unserem Sonnensystem fliegt. Wir haben das zwar schon mal gemacht, aber das ist sehr lange her.

Das war damals wirklich schwierig, und es wird auch dieses Mal wieder schwierig werden. 2025 wollen wir bemannt zu einem Asteroiden fliegen und Mitte der 2030er Jahre soll es zum Mars gehen.

Eine Landung auf dem Mond ist nicht geplant? Dabei wäre das doch ein gutes Testfeld für bemannte Marsmissionen.

In der Tat sollten wir wieder Menschen auf den Mond bringen, aber das müssen nicht die USA tun. Wir müssen nicht überall führend sein. Es ist aber wichtig, dass sich die Raumfahrtnationen abstimmen, denn jedes Vorhaben nutzt letztlich allen.

Wenn sich beispielsweise die Europäer entschließen sollten, eine Mondmission zu starten, würden wir uns wirklich darüber freuen. Denn von einem längeren Mondaufenthalt können wir viel lernen für unsere Marsmission.

Kommentare zu " Nasa-Chef Bolden: „Mitte 2030 geht es zum Mars“"

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  • Immer noch das Märchen von der Mondlandung!
    Da es hier in D und den USA niemand ernsthaft bezweifeln darf, finden sich die Wahrheiten auf einer schweizer Internetseite. Hat jemand eine Erklärung für die fehlenden Reifenspuren???

    http://www.geschichteinchronologie.ch/atmosphaerenfahrt/mondfotos/mondauto04-apollo-16-D-halle.html

  • Wie schön, dass dieses Interview ganz klar das Defizit unseres kapitalistischen Systems aufdeckt. Und wieder einmal stelle ich diese Frage:
    Wo könnte die Menschheit bereits stehen, wenn wir uns endlich mal vom Geld...und dem kapitalistischen Korsett lösen könnten?! Wann begreift die Menschheit, dass wir endlich in die postkapitalistische Ära übertreten müssen, um die Grenzen unserer Spezies zu erweitern? Die "Eliten" unseres Planeten schlagen sich mit "Problemchen" herum, die alle so etwas von irrelevant werden, sollten wir eines Tages tatsächlich einmal als Art insgesamt einer kosmischen Bedrohung ausgesetzt sein. Das Fortbestehen unserer Spezies liegt unbedingt in der Expansion außerhalb irdischer Grenzen...ansonsten werden wir früher oder später nur ein schwacher Lichtschimmer in ewiger Dunkelheit gewesen sein...all unsere Erkenntnisse für immer verloren!
    Die Zeiteinheiten in denen wir leben und denken veranlassen uns nicht gerade unser Handeln darauf auszurichten unsere Art langfristig zu erhalten, aber ich sage:
    Wenn wir Menschen doch, vernünftig denkend,(technisch) in der Lage sind diesen Planeten zu verlassen und anderswo Kolonien aufzubauen, dann müssen wir diese Möglichkeit nutzen.
    Geld wird eines Tages so oder so keine Rolle mehr spielen - entweder weil wir ausgestorben sind, da wir zu lange daran geglaubt haben oder da wir endlich zu der Erkenntnis gelangt sind, dass es uns in unserer weiteren Entwicklung und zum Erhalt unserer Spezies eher hindert als nutzt!

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