Nasa-Finanzen
Kein Geld für Mond und Killer-Asteroiden

Zum Mars soll die Nasa, zum Mond sowieso - und dazu noch als Feuerwehrtruppe nach gefährlichen Asteroiden Ausschau halten. Experten haben solch hochfliegenden Plänen jetzt einen Dämpfer verpasst. Denn der Nasa fehlt es schlicht am Geld für all die Aufgaben, die ihr die Politik zugewiesen hat.
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WASHINGTON. Es klingt alles so schön, nach Aufbruch, nach neuer Mission. Bis 2020, so die kühne Marschrichtung der US- Raumfahrtbehörde Nasa, wolle man zum Mond zurückkehren. Von dort sollen 2037 dann bemannte Flüge zum Mars starten. Daneben wollten die Weltraumexperten im Auftrage des US-Kongresses in den nächsten zehn Jahren 90 Prozent aller möglichen Killer-Asteroiden in Erdnähe aufspüren und überwachen. Unabhängige Experten holten jetzt jedoch die hochfliegenden Pläne auf den Boden der finanziellen Tatsachen zurück: Wegen akuten Geldmangels, so machten sie unmissverständlich deutlich, steht die Zukunft der Projekte in den Sternen.

Ein von Präsident Barack Obama eingesetztes Expertenteam erklärte am Mittwoch in Washington, für Erkundungen zum Mond und zum Mars reiche das bislang geplante Budget in Höhe von neun Mrd. Dollar (rund 6,3 Mrd. Euro) pro Jahr bei weitem nicht aus. Mindestens drei weitere Mrd. Dollar jährlich seien nötig, sagte die ehemalige Astronautin Sally Ride bei einer öffentlichen Sitzung des Gremiums.

Der Vorsitzende der Expertenrunde, Norman Augustine, ließ unüberhörbar anklingen, dass den Nasa-Plänen mitunter die Verbindung zur Realität fehle. Es mache der Raumfahrtbehörde seit Jahren zu schaffen, „dass man Ziele verfolgt, ohne über die Ressourcen zu verfügen, sie zu erfüllen“, meinte der der frühere Chef des US-Luft- und Raumfahrtunternehmens Lockheed. „Dabei wollen wir nicht mitmachen, und deshalb sagen wir, wie es ist.“ Generell, fügten die Experten aber versöhnlich hinzu, dürfe man von den Plänen für einem bemannten Flug zum Mars aber nicht abrücken. Dies müsse das ultimative Ziel Raumfahrt bleiben.

Die unabhängigen Experten, die das gesamte bemannte Raumfahrtprogramm der USA unter die Lupe nehmen sollen, wollen am Freitag mit Regierungsvertretern und Nasa-Entscheidungsträgern zusammenkommen. Ihr Bericht soll bis Ende des Monats fertig sein.

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