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Nasa-Satellit geht auf Patrouille nach galaktischem Feuerwerk

Der Nasa-Satellit „Swift“ geht künftig auf Patrouille nach den mysteriösen, hell leuchtenden Gamma-Blitzen in den Tiefen des Weltalls. Die US-Weltraumbehörde startete am Samstag (Ortszeit) in Cap Caneveral (Florida) ihr unbemanntes und mit drei Teleskopen ausgestattetes Himmelsobservatorium.

dpa WASHINGTON. Der Nasa-Satellit „Swift“ geht künftig auf Patrouille nach den mysteriösen, hell leuchtenden Gamma-Blitzen in den Tiefen des Weltalls. Die US-Weltraumbehörde startete am Samstag (Ortszeit) in Cap Caneveral (Florida) ihr unbemanntes und mit drei Teleskopen ausgestattetes Himmelsobservatorium.

„Swift“ soll in den kommenden beiden Jahren rund 200 Gamma-Blitze aufspüren. So werden gewaltige Energieausbrüche im Universum genannt. Dieses galaktische Feuerwerk dauert von wenigen Millisekunden bis zu einigen Minuten. Es ist nach Nasa-Angaben nicht vorhersehbar und geschieht nie an der selben Stelle. In dieser kurzen Zeit der Explosion wird mehr Energie freigesetzt, als die Sonne in Mrd. von Jahren produziert. Die Nasa vermutet, dass diese Ausbrüche ein Art „Geburtsschrei“ von so genannten Schwarzen Löchern sein könnten oder mit dem Sterben von Sternen in Verbindung stehen.

Als Schwarze Löcher werden Bereiche im Weltall bezeichnet, die selbst von elektromagnetischen Wellen wie Licht wegen der hohen Anziehungskraft nicht verlassen werden können und deshalb von außen schwarz erscheinen.

Das große Teleskop von „Swift“ wird künftig ein Sechstel des Weltalls überwachen. Sobald es einen Gamma-Blitz ausmacht, können nach Nasa-Angaben die beiden anderen Teleskope in 20 bis 75 Sekunden in Richtung der Explosion gedreht werden und das „Leuchten danach“ aufzeichnen. Die Wissenschaftler erhoffen sich dadurch mehr Einblick in die Abläufe des Phänomens sowie mehr Informationen über den Ort und die Entfernung der Explosion.

Wie ein „galaktisches Feuerwerk“ leuchten Gamma-Blitze nachts auf. Weil sie so flüchtig sind, konnten sie in den vergangenen drei Jahrzehnten noch nicht umfassend erforscht werden. 1967 übermittelte der US-Militärsatellit „Vela“ erstmals Informationen über die Gamma- Blitze aus dem All. Erst 1999 gelang es der Nasa zufolge zufällig mit einem Teleskop, von der Erde aus einen Ausbruch mitten in Aktion zu verfolgen.

An dem „Swift“-Projekt, dessen Start wegen der Hurrikan-Saison in Florida mehrfach verschoben werden musste, sind auch Italien und Großbritannien beteiligt.

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