Nasa setzt auf Bürger-Forscher Mit Meterstab und Motorschlitten in die Wildnis

Skiwanderer und andere Abenteurer sollen der Nasa wichtige Geo-Daten aus entlegenen Gebieten liefern. Nur eines von über einem Dutzend „Bürger-Forscher“-Projekte, mit denen die US-Weltraumbehörde unsere Erde erkundet.
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Schon ein einfacher Zollstock würde ausreichen, um die Schneehöhe zu bestimmen.. Die meisten derer, die ausgiebige Touren durch die Berge machen, haben aber ohnehin Lawinensonden im Gepäck. Quelle: AP
Stochern im Schnee

Schon ein einfacher Zollstock würde ausreichen, um die Schneehöhe zu bestimmen.. Die meisten derer, die ausgiebige Touren durch die Berge machen, haben aber ohnehin Lawinensonden im Gepäck.

(Foto: AP)

AnchorageTrinkwasser wird im Nordwesten der USA ganz wesentlich aus der jährlichen Schneeschmelze gewonnen. Das Problem: Die zur Verfügung stehenden Mengen lassen sich oft schlecht vorausberechnen. Denn im dünn besiedelten Hinterland wäre ein flächendeckender Betrieb von Messstationen viel zu teuer. Die Lösung: Naturfreunde, die sich auf Schneeschuhen, Skiern oder Motorschlitten in die Wildnis vorwagen, werden mit Meterstab und einer Smartphone-App ausgestattet.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa sieht in der Rekrutierung von „Bürger-Forschern“ großes Potenzial. Insgesamt 16 Projekte, die mit dieser Methode arbeiten, werden von der Nasa-Abteilung für Geowissenschaften finanziell unterstützt. Eines davon trägt den Namen „Community Snow Observations“.

Expedition zu den Tiefseebergen der Arktis
Forschungsschiff Polarstern
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Das Forschungsschiff Polarstern war im Oktober 2016 auf einer Arktis-Expedition. Heimathafen des Schiffes ist Bremerhaven.

Tauchroboter wird ausgebracht
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Mit neuen Robotern und Kameras haben die Wissenschaftler erstmals das Tiefseeleben riesiger Unterwasser-Seeberge in der zentralen Arktis untersuchen. (Foto: WHOI)

Basaltgestein an einem Seeberg
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Seeberge gelten als Oasen des Lebens im Ozean. Bislang war aber unklar, ob sie auch in der eisigen Arktis reich besiedelt sind. (Foto: AWI OFOS)

Polarstern im Gebiet des Karasik-Seebergs
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Ihre Forschungsreise führte die Polarstern unter anderem an den 2001 entdeckten Karasik-Seeberg. Der Unterwasser-Gigant steigt von 5000 m Wassertiefe auf 650 m auf.

Riesige Kugelschwämme
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Der Gipfel des Seebergs erwies sich als über und über mit riesigen kugeligen Schwämmen bewachsen. Zwischen den Schwämmen liegen zentimeterdicke Matten aus Nadeln und Wurmröhren. (Foto: AWI)

Riesenschwämme am Karasik
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Die Riesenschwämme werden bis zu einem Meter groß, hunderte von Jahren alt und scheinen sich auf ihren Nadeln fortbewegen zu können. Sie sind wiederum Lebensraum für unzählige Tiere, die auf und in den Schwämmen ein Zuhause finden. (Foto: AWI OFOS)

Buntes Leben zwischen den Schwämmen
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Zwischen den Schwämmen tummeln sich große weiße Seesterne, blaue Schnecken, rote Krebse sowie weiße und braune Muscheln. (Foto: AWI OFOS)

Die dabei in den Staaten Oregon, Washington und Alaska gewonnenen Daten werden in ein Computermodell eingespeist. Dieses wiederum soll voraussagen, wie viel Wasser in den Flüssen und Speicherbecken der Region landen wird.

„Unsere ersten Berechnungen zeigen, dass die Messungen der Bürger-Forscher die Simulationen ganz erheblich verbessern“, sagt der Bauingenieur David Hill von der Oregon State University. Gemeinsam mit Anthony Arendt von der University of Washington und Gabriel Wolken von der Abteilung für geologische und geophysikalische Studien des Amtes für natürliche Ressourcen in Alaska erhielt Hill einen der Zuschüsse für die Nasa-Förderung.

Mithilfe der erfassten Schneehöhen berechnet das Computermodell ein voraussichtliches „Schmelzwasser-Äquivalent“ für die jeweiligen Wassereinzugsgebiete. Drei Viertel des jährlichen Abflusses von Flüssen, der als Trinkwasser genutzt wird, stammen in den westlichen US-Staaten von der Schneeschmelze im Frühjahr und Sommer. Messwerte, die eine bessere Planung ermöglichen, sind also auch wirtschaftlich von Bedeutung.

Um die Genauigkeit der Daten zu erhöhen, hatte die Nasa bereits im vergangenen Februar ein eigenes Forschungsprojekt gestartet. Das Bürger-Forscher-Programm sei damit zwar nicht direkt verknüpft, es verfolge aber das gleiche Ziel, sagt der Nasa-Wissenschaftler Kevin Murphy. Die spannende Frage sei nun die, wie Messungen von Satelliten oder Flugzeugen durch Kreativität und besondere Fähigkeiten der Bürger ergänzt werden könnten.

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