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NASA-Sonde mit wertvoller Fracht abgestürzt

Eine NASA-Kapsel mit wertvollen Sonnenwindpartikeln an Bord ist am Mittwoch in den Wüstenboden des US-Bundesstaats Utah gestürzt. Die Fallschirme, die ihren Flug zur Erde abbremsen sollten, hatten sich nicht geöffnet.

dpa SALT LAKE CITY. Eine NASA-Kapsel mit wertvollen Sonnenwindpartikeln an Bord ist am Mittwoch in den Wüstenboden des US-Bundesstaats Utah gestürzt. Die Fallschirme, die ihren Flug zur Erde abbremsen sollten, hatten sich nicht geöffnet.

Die NASA zeigte sich dennoch vorsichtig optimistisch über das mögliche Ausmaß der Schäden. „Wir waren überrascht, wie klein der Schaden an der Kapsel war“, sagte NASA-Experte Roy Haggard, der in einem Hubschrauber mit als erster die niedergestürzte Kapsel erreichte. Sie war nach NASA- Angaben mit einer Geschwindigkeit von 309 Kilometern pro Stunde in den Wüstensand geprallt.

„Wir wissen nicht, in welchem Zustand die Kollektoren nun sind“, sagte der zuständige NASA-Direktor Andre Dantzer. Es werde Tage, vielleicht Wochen dauern, bevor klar sei, in welchem Zustand sich das außergewöhnliche Material und die Instrumente im Innern der Kapsel befinde.

Der ungebremste Absturz hatte den Einsatz des Hollywood-Stuntman Dan Rudert verhindert, der die Kapsel nicht wie geplant mit Hilfe einer spektakulären Hubschrauber-Aktion einfangen und sanft zur Erde bringen konnte.

„Die Kapsel war für einen solchen Aufprall nicht ausgerichtet“, sagte Chris Jones vom JPL-Labor in Pasadena (Kalifornien) sichtlich enttäuscht im NASA-Fernsehen. Jones war am US-Stützpunkt Dugway Proving Ground südwestlich von Salt Lake City, nahe des Ortes gewesen, wo die Kapsel eigentlich in der Luft hätte aufgefangen werden sollen.

Die Mission hatte insgesamt mehr als 260 Mill. $ (214 Mill. €) gekostet. Die Raumfahrtsonde „Genesis“ hatte in einer Entfernung von mehr 1,6 Mill. Kilometer von der Erde Sonnenpartikel eingefangen. Insgesamt war die Reise 32 Mill. Kilometer lang. Auf Fotos war zu sehen, dass die am Boden liegende Kapsel große Risse hatte oder gar gebrochen war.

Die rund 210 Kilogramm schwere Kapsel in Form einer fliegenden Untertasse hatte sich bei dem Aufprall tief in den Sand gebohrt. Eine Bergung war zunächst nicht möglich, weil Experten eine Explosion des fehlerhaften Fallschirmmechanismus' fürchteten. NASA-Wissenschaftler nahmen die Absturzstelle aus der Distanz in Augenschein. „Wir haben Anzeichen, dass in der Kapsel etwas schief ging“, sagte Jones. Die Raumfahrtsonde „Genesis“ habe sie zuvor wie geplant einwandfrei abgestoßen.

Für die NASA war der Sturz eine herbe Enttäuschung. Es war das erste Mal seit mehr als 30 Jahren, dass eine Raumsonde Material aus dem Weltall zur Erde bringen sollte. „Genesis“ war im August 2001 gestartet und sammelte mehr als 800 Tage lang winzige Sonnenwindpartikel ein. Die NASA erwartete nur eine Ausbeute von wenigen Milligramm, „wie ein paar Salzkörner“, hieß es. Von den Partikeln erhofften sich Wissenschaftler Aufschluss über die Entstehung der Planeten.

Nach Plan hätten sich an der Kapsel in 33 Kilometern Höhe Fallschirme öffnen müssen, um den Fall abzubremsen. In etwa 1200 Metern Höhe sollte der Hubschrauber-Stuntpilot die Kapsel dann mit einem Haken einfangen. Probeläufe mit einer Attrappe hatten in den vergangenen Monaten ausnahmslos geklappt. Ohne Fallschirme stürzte die Sonde für einen Rettungsversuch aber viel zu schnell zur Erde.

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