Nasa-Wissenschaftler
Mission geglückt

Frank Brenker analysiert im Auftrag der Raumfahrtbehörde Nasa Kometenstaub. Mit gewöhnlichen Steinen oder Diamanten würde der 41-Jährige sich gar nicht erst abgeben. Sein Traum: als Erster Reste von Leben auf dem Mars nachweisen.

Ihm geht es um die ganz großen Themen: Wie ist unser Sonnensystem entstanden? Wo kommt der Mensch eigentlich her? Und warum sollte es die Erde in dieser Form nicht noch mal geben? Frank Brenker, 41, ist Professor am Institut für Geowissenschaften an der Goethe-Uni Frankfurt und untersucht im Auftrag der amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde Nasa Kometenstaub. Er und sein Team analysieren die Struktur außerirdischer Materie, die sogar älter ist als unser Sonnensystem. Die Raumsonde „Stardust“ hat Brenkers Staub im Jahr 2006 zur Erde gebracht, die Mission wurde von der Nasa geleitet. Dabei hat ein spezieller Greifarm einzelne Partikel des Kometenstaubs eingefangen, per Post ging die in Glasschaum sicher eingepackte Fracht dann von Amerika nach Deutschland. „Diese Proben sind für uns sehr wertvoll“, sagt Brenker. „Es ist das exklusivste Material, mit dem ein Wissenschaftler arbeiten kann. Für mich ist das eine riesige Herausforderung.“

Die Begeisterung für seinen außergewöhnlichen Job ist Brenker deutlich anzumerken. In seinem Büro auf dem nagelneuen Frankfurter Campus Riedberg stapeln sich wissenschaftliche Beiträge und Fachbücher über seltene Steine, Diamanten, Kometen und Asteroiden. Ein antikes Mikroskop, mit dem der 41-Jährige heute sicher keine Proben mehr analysieren könnte, steht auf dem großen Schreibtisch, die Tür ziert ein Aufkleber der „Stardust-Mission“. „Die Frage nach unserer Herkunft ist doch die spannendste, die es überhaupt gibt“, sagt Brenker und will auf der Suche nach den Antworten einen Teil beitragen. Mit einem Röntgenmikroskop, das es in dieser Form nur ein paar Mal auf der Welt gibt, hat er die Nasa vor ein paar Jahren von sich und seiner Arbeit überzeugt – mit einer einzigen E-Mail an den Verantwortlichen der Mission. „Unsere Methode, mit Hilfe von Röntgenstrahlen Sternenstaub zerstörungsfrei zu untersuchen, ist deutlich besser als die der Amerikaner“, sagt Brenker selbstbewusst.

Und was hat der ambitionierte Wissenschaftler als Nächstes vor? Nach der erfolgreichen „Stardust-Mission“ der Nasa würde er nun gerne Teil der „Hayabusa-Mission“ der Japaner sein. Im Jahr 2010 erwartet die asiatische Weltraumbehörde Jaxa die Rückkehr einer Asteroidensonde. Doch auch aus seinem größten Traum macht Brenker keinen Hehl: „Ich will einer der Menschen sein, die als Erste Reste von Leben auf dem Mars nachweisen.“ Er rechnet damit, dass es in den kommenden zehn Jahren Proben von dem Roten Planeten aus einer Nasa-Mission geben wird – und hofft, sie untersuchen zu dürfen. Er ist sich sicher, dass es auf dem Mars Spuren von ehemaligem Leben gibt. Das macht ihm aber keine Angst, im Gegenteil: Er findet die Vorstellung „aufregend“.

Seite 1:

Mission geglückt

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%