Natur
Die Puppenkernkeule: der Pilz des Jahres 2007

Die Puppenkernkeule, ein parasitischer Pilz mit vielseitigen Heilwirkungen, ist der Pilz des Jahres 2007. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (Dgfm) stellte die Pilzart aus der Familie der Schlauchpilze mit dem wissenschaftlichen Namen Cordyceps militaris bei ihrer Jahrestagung in Tübingen vor.

dpa TüBINGEN. Die Puppenkernkeule, ein parasitischer Pilz mit vielseitigen Heilwirkungen, ist der Pilz des Jahres 2007. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (Dgfm) stellte die Pilzart aus der Familie der Schlauchpilze mit dem wissenschaftlichen Namen Cordyceps militaris bei ihrer Jahrestagung in Tübingen vor.

Die Pilzsporen der Puppenkernkeule sind Erreger einer tödlichen Schmetterlingskrankheit. Auf den abgestorbenen Körpern der Insekten wachsen die Pilze zu wenige Zentimeter hohen, gelborangenen Keulen heran. So sorgen die Pilze im Ökosystem auch für die natürliche Bekämpfung von Schmetterlingsplagen.

Die Heilkräfte von Puppenkernkeulen sind schon aus 2000 Jahre alten chinesischen Kräuterbüchern bekannt: Dort werden sie als die Liebe förderndes Aphrodisiakum, für die Stärkung von Lunge und Nieren und gegen Erkältungen empfohlen. Die Yak-Rinder auf den Hochebenen Tibets fressen zur Paarungszeit Puppenkernkeulen. Als legales Doping- Mittel würden die durch den Pilzbefall mumifizierten Insektenlarven als Teeaufguss auch von Sportlern benutzt, berichtete die Dgfm.

Die moderne Medizin hat bestätigt, dass die Pilze entzündungshemmende Polysaccharide enthalten, die auch gegen Tumore und Metastasen wirksam sind. Der Inhaltsstoff Cordycepin tötet Bakterien ab. Die in der Natur nicht häufige chinesische Puppenkernkeule gehört wegen ihrer medizinisch wertvollen Inhaltsstoffe deshalb zu den weltweit teuersten Pilzen. Die Art wird auch auf den Puppen der Seidenspinnerraupe und seit einigen Jahren im Labor auf Nährstoffen gezüchtet.

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