Navi-System Galileo

EU-Debakel im All

Europa will ein eigenes Satellitennavigationssystem. Bis heute sind Autofahrer allerdings abhängig von US-Satelliten. Nun kam es beim Aufbau des europäischen Konkurrenzsystems Galileo zu einer schweren Panne.
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Der Start der fünften und sechsten Satelliten des Galileo-Systems am Freitag in Kourou, Französisch-Guayana: Die Satelliten kreisen nun in zu geringer Höhe über die Erde. Quelle: dpa

Der Start der fünften und sechsten Satelliten des Galileo-Systems am Freitag in Kourou, Französisch-Guayana: Die Satelliten kreisen nun in zu geringer Höhe über die Erde.

(Foto: dpa)

Paris/Kourou„Ein Meilenstein in der Geschichte des Programms“: Mit großen Worten wurde am Freitag der Start von zwei neuen Satelliten für das geplante europäische Navigations- und Ortungssystem Galileo gefeiert. Jetzt herrscht allerdings Entsetzen. Wegen einer schweren Panne während der letzten Flugphase sind die Hightech-Geräte womöglich unbrauchbar.

Die Satelliten wurden von der russischen Trägerrakete nicht an der vorgesehenen Position im All ausgesetzt und kreisen nun in einer völlig falschen Umlaufbahn um die Erde. Eine vollständige Korrektur ist voraussichtlich nicht möglich. Der Fehler scheint so schwerwiegend, dass die Satelliten nicht planmäßig genutzt werden können - wenn sie denn überhaupt genutzt werden können, zitierte das Fachmedium „SpaceNews“ am Wochenende Verantwortliche, die namentlich nicht genannt werden wollten. Vermutlich hätten die Satelliten nicht genügend Treibstoff an Bord, um jetzt noch an die geplante Position zu gelangen, heißt es. Und selbst wenn dies doch gelingen sollte, würde der Treibstoff dann für andere notwendige Manöver fehlen.

Für das mehr als zwölf Milliarden Euro teure „Leuchtturmprojekt“ Galileo ist der mutmaßliche Verlust der beiden Satelliten ein schwerer Rückschlag. Mit den vom Raumfahrtunternehmen OHB in Bremen gebauten Geräten sollte eigentlich die entscheidende Phase des System-Aufbaus eingeleitet werden - mit dem Ziel, spätestens 2020 unabhängig von dem US-amerikanischen GPS zu sein.

Dass Europa in einem strategisch wichtigen Bereich wie der Satellitennavigation auf die Technik anderer Nationen angewiesen ist, gilt als problematisch. Alle derzeit verfügbaren Systeme werden nach Angaben der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) vom Militär kontrolliert und könnten „bei Bedarf“ - zum Beispiel aus sicherheitspolitischen Gründen - verfälscht oder sogar abgeschaltet werden.

Ein Schreckensszenario für Autofahrer, Schiffskapitäne, Rettungsdienste und alle anderen Nutzer.

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6 Kommentare zu "Navi-System Galileo: EU-Debakel im All"

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  • Sind Sie fähig zu lesen und zu verstehen. Es handelte sich um eine "russische" Trägerrakete, also hat der Russe es versemmelt! Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fr.... halten!

  • Ich frage mich ob wir überhaupt ein eigenes System brauchen. Welchen Vorteil bringt uns das? Mir ist egal, ob die Amerikaner oder die EU mich kontrollieren.

    Da lobt man seitens der Politiker "unsere globalisierte Welt", kocht aber hinten herum immer noch sein eigenes Süppchen. Wenn globalisiert, dann bitte bei weltumspannenden Projekten auch wirklich zusammen arbeiten.

    Okay, im Vergleich zu BER ist dieses Programm ein Schnäppchen, trotzdem bleibt es Verschwendung von Ressourcen.

  • Äh, wie bitte? Liebe ESA, warum baut Ihr denn keine Ionentriebwerke in diese Satelliten mit ein? Es wurde doch bereits erfolgreich getestet, dass dies auch bei fast aussichtsloser Umlaufbahn hilft... und eine Million mehr oder weniger ist doch wirklich nicht die Welt (zumindest bei der EU+RUS Pannenstatistik bzgl. Weltraum).

  • Unfähigkeit und Inkompetenz sind doch mittlerweile der Maßstab von Deutschland!

  • Das "Debakel" wirkt sich vielleicht bei Galileo aus, aber stattgefunden hat es doch bei den Startraketen. Da ist doch vielmehr die Frage wie es mit den russischen Raketen von diesem Startplatz aus weiter geht.

    Und EU-Debakel? Sorry, aber wenn alle EU-Debakel so günstig wären wie dieses... dann könnten wir alle viel ruhiger schlafen! Das ist doch nicht mal die zweite Stelle hinterm Komma im Vergleich zu unseren Banken- oder sonstigen Rettungen.

  • .....Für das mehr als zwölf Milliarden Euro teure „Leuchtturmprojekt“ Galileo ist der mutmaßliche Verlust der beiden Satelliten ein schwerer Rückschlag.....

    Zwölf Milliarden halte ich für ein Schnäppchen für Europa, damit es in diesem existentiell exorbitant wichtigen Bereich nicht erpressbar ist.

    Die Fragen sind doch: wem ist dieser Fehler anzulasten? --- wie ist es durchführbar, die Produktion so auszuweiten, dass zumindest der 2020 Termin gehalten werden kann (auch, wenn es dann ein oder zwei Milliarden mehr kosten sollte) - macht hinne Leute, wer weiß, was morgen ist.

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