Navigationssystem Galileo
Satelliten erleichtern die Vermessung

Die Erwartungen an das europäische Satelliten-Navigationssystem Galileo sind groß – auch in der Energiewirtschaft. Das für 2010 geplante System soll eine genauere und vor allem ausfallsichere Positionsbestimmung ermöglichen.

HB DÜSSELDORF. Parallel zum Aufbau des aus 30 künstlichen Himmelskörpern bestehenden Galileo-Systems versuchen Experten in Firmen und Universitäten auszuloten, welchen Nutzen das europäische Navigationssystem für verschiedene Branchen bringen könnte. Das europäische Giga-Projekt erkundet dabei die Marktchancen für Dienste in der Energiewirtschaft. Die Satelliten könnten hier zur Vermessung der Versorgungsnetze und beim Bau von neuen Leitungen verwendet werden.

Schon heute nutzen Stadtwerke und andere Energieunternehmen globale Navigations-Satellitensysteme wie das Global Positioning System (GPS) des US-Verteidigungsministeriums sowie das russische Gegenstück Glonass (Global Navigation Satellite System). Planung, Dokumentation, Überwachung und Instandhaltung der Versorgungsnetze basieren größtenteils auf Informationen mit grafischem Bezug. Raumkoordinaten und Höhe beschreiben beispielsweise den Verlauf von Leitungstrassen, die Lage von Hydranten oder die Position von Hausanschlüssen.

„Vor allem außerhalb der Städte und Wohngebiete haben viele Versorger ihre Leitungen bereits zu etwa 50 Prozent mit Hilfe der Satellitenpositionierungssysteme erfasst und dokumentiert“, sagt Michael Stelz, Leiter des Giga-Projekts, das von EonRuhrgas geleitet wird. Die Firmen reduzieren mit der mobilen Satellitenvermessungstechnik ihre Kosten zur Erfassung und Verarbeitung geografischer Daten. „Mit dem System kann auch ein angelernter Mitarbeiter genaue Positionsdaten ermitteln“, bringt Hans-Joachim Nieberg, Leiter der Abteilung Dokumentation bei den Stadtwerken Osnabrück die Vorteile der Navigationstechnik auf den Punkt. Ein weiteres Plus: Die Positionsdaten können direkt in Geoinformationssysteme eingespeist werden und bieten die Basis für eine weitgehend automatisierte Dokumentation.

Anders als die in der Straßennavigation verwendeten GPS-Empfänger, die Positionen nur recht ungenau mit Abweichungen von bis zu 30 Metern ermitteln, arbeiten die Vermesser mit Receivern, die eine Genauigkeit von etwa zwei Zentimetern erzielen. „Damit lassen sich Punkte in der Größe einer Streichholzschachtel erfassen“, sagt Bastian Huck, Experte für die Satellitenvermessung bei Allsat. Das Unternehmen in Hannover berät Anwender bei der Erfassung und Aufbereitung von Positionsdaten und entwickelt Software für spezielle Anwendungen.

Die Genauigkeit hat jedoch ihren Preis: Während die einfachen GPS-Empfänger inzwischen unter 300 Euro verkauft werden, kostet ein Satellitenreceiver für Vermessungsarbeiten zwischen 5 000 und 10 000 Euro. Die Anschaffung der Geräte lohnt sich also nur, wenn sie auch häufig eingesetzt werden können. Das ist aber nicht immer der Fall – vor allem innerhalb von Städten gibt es Probleme.

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