Navigationssystem gefährdet
US-Behörde befürchtet GPS-Ausfälle

Die US-Aufsichtsbehörde GAO befürchtet Ausfälle im Satellitennavigationssystem GPS: Schon im kommenden Jahr könnten die aktuellen Satelliten ausfallen. Ob die US-Luftwaffe es schafft, rechtzeitig neue Satelliten ins All zu bringen, ist fraglich. Ein Problem, das Millionen Autofahrer betreffen würde.
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BERLIN. „Es ist nicht sicher, ob die Air Force in der Lage sein wird, rechtzeitig neue Satelliten zu beschaffen, um den gegenwärtigen GPS-Dienst ohne Unterbrechung aufrechtzuerhalten“, lautet die Hiobsbotschaft des US Government Accountability Office (GAO). Die Aufsichtsbehörde hat untersucht, ob die US-Luftwaffe ihrer Aufgabe, das Satellitennavigationssystem zu erneuern, nachkommt. In ihrem Bericht an den Unterausschuss für Nationale Sicherheit und Außenpolitik stellt das GAO jedoch „erhebliche Probleme“ bei der GPS-Nachrüstung fest.

Die US-Luftwaffe bemühe sich seit Jahren darum, GPS-Satelliten zu bauen und dabei sowohl den Zeitplan als auch die Kostenvorgaben einzuhalten, schreibt das GAO. Allerdings scheint die Luftwaffe ihren Aufgaben nicht sehr erfolgreich nachgekommen zu sein. Das Satellitenprogramm IIF habe bereits 870 Millionen US-Dollar mehr als geplant verschlungen. Der erste Satellit der IIF-Generation soll im November 2009 starten - drei Jahre später als geplant.

Die Luftwaffe versucht laut GAO, bei der Planung für GPS III die Fehler des IIF-Programms zu vermeiden und den Start der Satelliten der dritten Generation zu beschleunigen. Diese ersten IIIA-Satelliten sollen 2014 in die Erdumlaufbahn geschossen werden. Angesichts des späten Projektbeginns und der Probleme beim Kauf von Satelliten hält die Behörde den Zeitplan jedoch für „optimistisch“. Es sei zu befürchten, dass es auch hier zu Verzögerungen kommen werde.

Der Bericht warnt eindringlich vor den Folgen der Verzögerungen. Es sei damit zu rechnen, dass 2010 die aktuellen Satelliten ausfallen können. Sollte die erforderliche Mindestanzahl von Satelliten nicht mehr erreicht werden, könne die GPS-Satellitenkonstellation nicht mehr den GPS-Dienst liefern, zu dem sich die US-Regierung verpflichtet hat. Darunter würden „militärische Operationen und zivile Nutzer darunter leiden“, warnt das GAO. Im Klartext: Für Millionen Autofahrer könnten vom der Ausfall der Satelliten betroffen sein, weil ihre Navigationsgeräte den geist aufgeben.

Die Behörde fordert das US-Verteidigungsministerium auf, eine Dienststelle mit der Aufsicht über die Modernisierung des GPS-Systems zu betrauen, um sicherzustellen, dass diese „gut durchgeführt wird und dass eventuelle Störungen minimiert werden“.

Das GAO ist eine dem Kongress unterstellte Kontrollbehörde, die nach eigenen Angaben überprüft, wie die Bundesregierung mit dem Geld der Steuerzahler umgeht. Im April 2008 deckte das GAO auf, dass über die Webangebote von eBay und Craigslist brisante militärische Technik verkauft wird.

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