Neuartige Kunststofflinsen
Mini-Implantate ersetzen die Brille

Operationen am „Grauen Star“, der Trübung der Augenlinse, sind längst Routine. Inzwischen kommen immer ausgeklügeltere künstliche Linsen auf den Markt, die gegen verschiedene Augenleiden gleichzeitig eingesetzt werden können – der Trend geht hin vom Standardprodukt zu individuelleren Augen-Implantaten.

TÜBINGEN. Alleine in Deutschland werden in jedem Jahr 600 000 Patienten am „Grauen Star“, der Trübung der Augenlinse, operiert. Ein lästiger Schleier vor den Augen, eine erhöhte Blendempfindlichkeit oder das Verblassen von Farben können erste Anzeichen für das Augenleiden sein. Auslöser für den Grauen Star sind Krankheiten wie Diabetes, aber vor allem auch ganz normale Alterungsprozesse.

Die Operationen, bei denen die getrübte Augenlinse durch ein Produkt aus Silikon oder Plexiglas ersetzt wird, sind längst Routine. Inzwischen kommen immer ausgeklügeltere künstliche Linsen auf den Markt, die gegen verschiedene Augenleiden gleichzeitig eingesetzt werden können – der Trend geht hin vom Standardprodukt zu individuelleren Augen-Implantaten.

An der Universitäts-Augenklinik Heidelberg ist weltweit erstmals eine Kunststofflinse eingesetzt worden, die scharfes Sehen in der Nähe und der Ferne erlaubt und zudem durch ihren besonderen Schliff eine starke Hornhautkrümmung ausgleicht. „Patienten, die gleichzeitig an diesen Sehfehlern leiden, kommen bislang ohne eine zusätzliche Brille oder Kontaktlinsen nicht aus", so Prof. Gerd Auffarth, stellvertretender ärztlicher Direktor der Universitäts-Augenklinik Heidelberg.

Das Heidelberger Implantat war eine Einzelanfertigung. „Die Grundidee ist aber, in Zukunft Speziallinsen zu haben, die etwa in drei Modellen auch für unterschiedlich starke Hornhautverkrümmungen angeboten werden", sagt Auffarth.

„Um zu sehen, ob es hier wirklich einen Durchbruch geben kann, sind aber noch Studien notwendig", bremst Thomas Kohnen, stellvertretender Direktor der Klinik für Augenheilkunde in Frankfurt, die Euphorie. Er sieht aber ebenfalls einen generellen Trend zur individuellen Anpassung von Linsen. Dabei wird der Beratungsaspekt immer wichtiger. „Da gibt es den Patienten, der viel am Computer arbeitet. Der Nahabstand wäre dann 60 oder 70 Zentimeter. Er braucht eine andere Multifokallinse als jemand, der kleine Schrift liest oder etwa Bastelarbeiten macht", sagt Gerd Auffarth.

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