Neuartiger Wirkstoff
Bluthochdruck verliert seinen Schrecken

Trotz zahlreicher Behandlungsmöglichkeiten gilt Bluthochdruck nach wie vor als weit verbreitete Volkskrankheit – und als maßgeblicher Risikofaktor unter anderem für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Herzschwäche. Nun hat erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt wieder ein komplett neuartiger Wirkstoff eine Zulassung erhalten. Fachleute räumen ihm erhebliche Chancen ein.

FRANKFURT. Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA erteilte am gestrigen Dienstag dem Medikament Tekturna von Novartis die Genehmigung. Die Chancen, dass dieses Mittel im zweiten Halbjahr auch in Europa grünes Licht erhält, sind damit weiter gestiegen. Das Zulassungsverfahren läuft hier seit September.

Mit Tekturna wird das bereits reichhaltige Sortiment an Mitteln gegen die Volkskrankheit Hypertonie um eine neue Wirkstoffklasse, so genannte Renin-Inhibitoren, erweitert. Fachleute geben diesen Mitteln erhebliche Chancen, trotz der bereits harten Konkurrenz bei der Bluthochdrucktherapie. Oliver Kämmerer, Experte der WestLB erwartet den Spitzenumsatz von Tekturna bei 1,6 Mrd. Dollar.

Die Zulassungsentscheidung der FDA, die schneller kam als von vielen Beobachtern erwartet, wurde daher an den Finanzmärkten als wichtiger Erfolg für Novartis gefeiert, nachdem der Pharmakonzern zuletzt Misserfolge – vor allem eine Verzögerung bei einem neuen Diabetes-Medikament – zu verkraften hatte. Die Novartis-Aktie legte gestern zeitweise um mehr als fünf Prozent zu, Papiere des Entwicklungs-Partners Speedel sogar um rund ein Drittel.

Trotz zahlreicher Behandlungsmöglichkeiten gilt Bluthochdruck nach wie vor als weit verbreitete Volkskrankheit, die nur in etwa einem Drittel aller Fälle ausreichend therapiert wird. Bluthochdruck gilt als ein maßgeblicher Risikofaktor unter anderem für Herzinfarkte, Schlaganfälle, Herzschwäche, Nieren- und Augenerkrankungen sowie Demenzleiden. Nach Schätzungen der Deutschen Hochdruckliga entfällt in Deutschland fast jeder zweite Todesfall auf Herz-Kreislauferkrankungen, bei denen Bluthochdruck eine Rolle spielt.

Etablierte blutdrucksenkende Medikamente setzen an verschiedenen Punkten an: Sie verringern die Flüssigkeitsmenge in den Blutbahnen, erweitern die Blutgefäße oder blockieren Körperreaktionen auf Stress.

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