Neubau Kohlekraftwerk
Eon setzt neue Maßstäbe bei der Stromerzeugung

Der Energieriese Eon plant den Bau des „modernsten Kohlekraftwerks der Welt“. Das Steinkohlekraftwerk soll mit einem Wirkungsgrad von mehr als 50 Prozent neue Maßstäbe bei Effizienz und Klimaschutz setzen, teilte der Düsseldorfer Konzern am Dienstag mit.

HB DÜSSELDORF. Eon-Energie-Vorstand Bernhard Fischer sagte in Düsseldorf, das Kraftwerk werde im Jahr 2010 in Deutschland gebaut. Ein genauer Standort werde im kommenden Jahr festgelegt. Die Anlage werde eine Leistung von mindestens 400 Megawatt haben und Investitionen von mehr als 600 Mill. Euro erfordern. Eon wolle aber noch untersuchen, ob es sogar möglich sei, das Kraftwerk gleich in einer wirtschaftlichen Größe von etwa 800 Megawatt zu bauen.

Mit dem Bau der Anlage will Eon im Jahr 2010 beginnen. 2014 soll das Kraftwerk dann in Betrieb genommen werden. Dies sei dann der „Startschuss für eine neue Ära der Kohleverstromung“, sagte Fischer. Die Anlage soll an einem bereits bestehenden Standort errichtet werden, um die dortige Infrastruktur zu nutzen.

Das Kraftwerk solle auf besonders effiziente Weise Energie erzeugen, kündigte das Unternehmen an. Die Anlage solle einen Wirkungsgrad von mehr als 50 Prozent haben. Der Begriff beschreibt das Verhältnis von eingesetzter zu tatsächlich nutzbarer Energie. Üblicherweise geht bei der Erzeugung ein hohes Maß an Energie verloren, etwa weil Kraftwerke selbst große Mengen an Energie verbrauchen.

Ein Kohlekraftwerk mit einem Wirkungsgrad von mehr als 50 Prozent wäre Eon zufolge bislang einmalig. Die bestehenden Anlagen der Konzerns kämen auf einen Wirkungsgrad von durchschnittlich 43 Prozent, sagte Eon-Energie-Vorstandsmitglied Bernhard Fischer. Verbessern wolle Eon den Grad durch den Einsatz neuer Werkstoffe, die derzeit getestet würden.

Eon-Chef Wulf Bernotat bezeichnete das Kraftwerk als Zugpferd einer Technologieoffensive des Unternehmens, die eine Reihe weiterer Projekte umfasse. Im Blick hat der Konzern dabei einen verbesserten Klimaschutz, stehen die Versorger doch seit Jahren wegen des Ausstoßes des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) durch ihre Kraftwerke in der Kritik. Eon-Konkurrent RWE will 2014 ein Kohlekraftwerk in Betrieb nehmen, das ohne CO2-Ausstoß auskommen soll.

Eon kündigte ebenfalls an, bis 2010 in Deutschland eine Pilotanlage zu errichten, mit der CO2 abgetrennt und nicht in die Luft abgegeben werden soll. In den USA sei der Konzern Partner beim Bau eines Kraftwerks, das ab 2012 ohne den Ausstoß von CO2 betrieben werden soll. Vor der deutschen Nordseeküste will Eon zudem bis 2011 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 500 Megawatt installieren. Allein in Deutschland wolle Eon bis 2011 in 500 Megawatt Offshore-Windenergie investieren, sagte Fischer. Derzeit erprobe man das Vorhaben bereits mit einer der ersten 5-Megawatt-Testanlagen in Cuxhaven. Zudem kündigte der Konzern an, Projekte für die Nutzung von Biogas voranzutreiben.

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