Neue Absatzmärkte für deutsche Aufbereitungstechnik: Bochumer Forscher versorgen Vietnamesen mit Trinkwasser

Neue Absatzmärkte für deutsche Aufbereitungstechnik
Bochumer Forscher versorgen Vietnamesen mit Trinkwasser

In vielen Teilen Vietnams ist die Beschaffung von Trinkwasser mühsam. Nicht selten belasten Schwebstoffe, Parasiten und Düngerrückstände das Wasser. In einem Forschungsrojekt der Ruhr-Universität Bochum wollen Wissenschaftler das Trink- und Abwassermanagement verbessern – und gleichzeitig deutschen Firmen den Zugang zum vietnamesischen Markt ebnen.

MÜNCHEN. Schwer biegt sich der Henkel in der Hand von Le Han Nguyen. Der Plastikeimer ist randvoll mit Wasser befüllt. Immer wieder schwappt es heraus, während der vietnamesische Kaffeebauer den Eimer vom Brunnen zum Wohnhaus trägt. Das Schöpfen per Hand und der Transport im Eimer gehören zu den alltäglichen Ritualen der Trinkwasserbeschaffung in Vietnam und so auch in dem kleinen Dorf Hoa Bac im tropischen Hochland der Provinz Lam Dong. Die Ausbeute ist aus hygienischer und gesundheitlicher Sicht katastrophal: Schwebstoffe, Parasiten und Düngerrückstände belasten das Wasser.

In Hoa Bac soll sich das bald ändern: Der Ort liegt in einer von drei Regionen Vietnams, in der deutsch-vietnamesische Forschungsprojekte das Trink- und Abwassermanagement verbessern wollen. Für Hoa Bac hat die Ruhr-Universität Bochum gemeinsam mit den vietnamesischen Landwirtschafts- und Umweltbehörden eine Anlage zur Trinkwasserversorgung und ein Abwasserverrieselungssystem konzipiert, die in den nächsten zwei Jahren aufgebaut werden.

Die Bochumer Forscher wollen mit ihrem Projekt aber nicht nur die Trinkwassersituation in dem vietnamesischen Dorf verbessern, sondern gleichzeitig deutschen Firmen den Zugang zum vietnamesischen Markt ebnen. Denn Zugang zum lokalen Wassergeschäft bekommen die Anbieter von Wassertechniken nur im Rahmen von öffentlich geförderten Entwicklungs- oder Forschungsprojekten. Und genau diese Strategie verfolgen Projektleiter Harro Stolpe, Professor an der Fakultät für Bauingenieurwesen, und sein Team, die im Auftrag des Bundesforschungsministeriums, vorhandene Technologie an vietnamesische Verhältnisse anpassen.

Zunächst ist für die Gemeinde Hoa Bac der Bau einer Trinkwasseranlage geplant. Die 9 000 Einwohner in dem abgelegenen Ort, die ausschließlich von der Landwirtschaft leben, sollen ein eigenes „Wasserwerk“ erhalten. „Mit dieser Anlage wird Wasser aus einem Bach entnommen, aufbereitet und über ein Leitungssystem an die einzelnen Haushalte verteilt“, erklärt Florian Klingel, der das Projekt vor Ort betreut. „In den ersten zwei Jahren soll ein Versuchsbetrieb laufen, den wir begleiten.“ Auf Grundlage dieser Daten wollen die Wissenschaftler dann die örtlichen Anlagen zur Wassergewinnung optimieren sowie ein Konzept für das nachhaltige Abwassermanagement entwickeln.

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