Forschung + Innovation
Neue Affenart in Tansania entdeckt

Kaum gefunden, schon gefährdet - zwei Forscherteams haben eine neue Affenart im ostafrikanischen Tansania entdeckt. Von den „Hochland Mangaben“ gebe es nur noch etwa 1 000 Tiere, berichten Forscher aus Tansania, Kenia und den USA im Fachmagazin „Science“ (Bd. 308, S. 1 161) vom Freitag.

dpa NAIROBI/WASHINGTON. Kaum gefunden, schon gefährdet - zwei Forscherteams haben eine neue Affenart im ostafrikanischen Tansania entdeckt. Von den „Hochland Mangaben“ gebe es nur noch etwa 1 000 Tiere, berichten Forscher aus Tansania, Kenia und den USA im Fachmagazin „Science“ (Bd. 308, S. 1 161) vom Freitag.

Die mittelgroßen, langschwanzigen Affen leben in Gruppen von etwa 15 Tieren auf Bäumen im Regenwald. Auf Grund ihrer geringen Zahl werden sie voraussichtlich bald zur gefährdeten Tierart erklärt.

„Ich dachte, ich seh' nicht richtig“, erinnert sich Trevor Jones, ein Biologe, der im Udzungwa Nationalpark in Tansania arbeitet. Der Affe, den er im Fernglas erblickte, hatte ein schwarzes Gesicht und einen Haarbüschel auf dem Kopf, der an den Irokesenschnitt eines Punks erinnerte. So ein Tier hatte er nie zuvor in Tansania gesehen.

Fast zeitgleich war eine zweite Forschergruppe etwa 350 Kilometer entfernt auf der Suche nach einem ungewöhnlichen Affen, von dem ihnen Einheimische berichtet hatten. Tim Davenport, ein Zoologe von der Wildlife Conservation Society in Tansania, war sich nicht ganz sicher, ob er den Erzählungen von den angeblich laut rufenden Affen trauen sollte, denn die einheimische Jägern kennen auch viele Geschichten von tierartigen Spukwesen. Doch dieser Affe existierte tatsächlich - und er war bis dahin noch nie wissenschaftlich erfasst worden.

Die Forscher übernahmen den Namen, den die Bewohner des Hochlandes im Süden von Tansania dem Tier gegeben hatten, und nannten die Affenart „Lophocebus kipunji“. „Das ist ein wichtiges Ereignis für Afrika“, meint der amerikanische Primatenforscher Scott Mcgraw anerkennend. Die Affen blieben vermutlich so lange von der Wissenschaft unentdeckt, weil sie im schwer zugänglichen Regenwald leben und sehr scheu sind. Mit Hilfe einer DNA-Analyse wollen die Forscher nun herausfinden, wie nah die Kipunji mit anderen Mangaben verwandt sind.

Ihre natürlichen Feinde sind Adler, Leoparden und große Schlangen. Die Kipunji sind verwandt mit anderen Mangaben, doch sie weisen einige Besonderheiten auf. Sie haben braunes Fell, einen hellen Schwanz und geben Töne von sich, die an Hupen oder Hundegebell erinnern. Und wenn die Männchen Angst bekommen, schütteln sie heftig mit dem Kopf, als ob sie jemanden ermahnen wollen.

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