Neue Funde in Dahschur
Was macht ein Hafen in der Wüste?

Sie suchten einen Tempel und fanden einen Weg mit Sonnenschutzdach, eine Steindiebe-Rampe und ein Hafenbecken. Und das mitten in der Wüste. Die Grabungskampagne des Deutschen Archäologischen Institutes bei den Pyramiden von Dahschur wird zum rätselhaften Puzzle.
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DAHSCHUR. Zu den Hauptfiguren des Comics „Asterix und Kleopatra“ gehört der knollennasige, ägyptische Architekt Numerobis, dessen Bauten ständig einstürzen. Einen ähnlich glücklosen Architekten muss auch Pharao Snofru beschäftigt haben, der in Ägypten etwa von 2670 bis 2620 v. Chr. regierte. In seiner Herrschaftszeit wurde zwar die erste „echte“ Pyramide errichtet. Doch bis man für den Begründer der 4. Dynastie im Wüstensand von Dahschur eine Grabstätte errichtet hatte, die seinen Ansprüchen entsprach, wurde viel experimentiert. Bei der jüngsten Grabungskampagne des Deutschen Archäologischen Institutes (DAI) in Dahschur hat man nun weitere Puzzleteile gefunden. Forschern verraten sie viel.

Das Team um Grabungsleiterin Nicole Alexanian fand in Dahschur einen überdachten Aufweg, der vom Tempel von Snofrus „Knickpyramide“ weiter hinunter in Richtung Nil führt. Das gewölbte Dach des Weges, von dem noch Überreste zu erkennen sind, war nach Einschätzung der Grabungsleiterin erst in der 6. Dynastie hinzugekommen. „Die Umfassungsmauern des Weges sind älter als das Dach, das man wohl später gebaut hatte, um die Anlage gemäß dem Geschmack der neuen Zeit zu modernisieren.“

Das Archäologenteam, das eigentlich auf der Suche nach einem zweiten Tempel für die „Knickpyramide“ war, grub außerdem eine Rampe aus, die im Neuen Reich errichtet worden war, um große Steinquader aus dem Pyramidentempel abzutransportieren. Ohne jeden Respekt vor den Bauwerken ihrer Vorfahren rissen die alten Ägypter etwa 1300 v. Chr. den Tempel ab, um die Steine für neue Bauwerke zu verwenden.

Diese Rampe konstruierten sie aus zerschlagenen Bauteilen und Relieffragmenten aus Kalkstein, die ebenfalls aus dem Tempel stammten. Anschließend zogen sie die großen Steinquader, die zum Teil mit Reliefs geschmückt waren, von der Wüste hinab in Richtung Nil. Vermutlich benutzten sie Ochsenschlitten, um die schweren Steine zu bewegen.

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