Neue Generation
Rauchmelder lernen sprechen

Alle drei Minuten brennt in Deutschland eine Wohnung, in den Flammen sterben jährlich 600 Menschen. Experten sind überzeugt, dass Rauchmelder helfen können, diese Zahl deutlich zu senken. Die neue Generation von Rauchmeldern setzt auf Komfort – und eine Sprachausgabe, die im Notfall Anweisungen gibt.

BERLIN. Immer mehr Bundesländer schreibem die Installation von Rauchmeldern in Wohnungen vor. In Deutschland haben laut einer Forsa-Umfrage erst 36 Prozent aller Haushalte Brandmelder. Viele Wohnungsbesitzer scheuen die Investition in das Mehr an Sicherheit, weil Fehlalarme nerven, Batterien rasch oder unbemerkt schlapp machen und Funktionen sehr beschränkt sind. Das soll sich ändern, die Hersteller haben ihre Geräte in punkto Sicherheit, Zahl der Funktionen und Bedienkomfort deutlich weiterentwickelt.

In England und in den Vereinigten Staaten sind Rauchmelder seit langem Pflicht – hier ist die Zahl der Brandopfer seit Einführung der Regelung um rund 40 Prozent gesunken. In den sechs Bundesländern Schleswig-Holstein, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern sind die Melder inzwischen ebenfalls per Gesetz verordnet, Thüringen und Brandenburg werden bald nachziehen. „Bis spätestens 2015 wird die Vorschrift flächendeckend eingeführt sein“, sagt Christian Rudolph, stellvertretender Geschäftsbereichsleiter für Rauchmelder bei Hekatron. Er sieht hohes Potenzial: „Der Markt wird sich in den kommenden zwei bis fünf Jahren verdoppeln.“

Nach Angaben des Fachverbands Sicherheitssysteme im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) wurden 2006 in Deutschland fünf Millionen Rauchwarnmelder verkauft. Es gibt 39 Millionen Haushalte, die jeweils im Schnitt 3,5 Melder benötigen, um gesetzliche Bestimmungen zu erfüllen.

Die aktuelle Generation von Rauchmeldern setzt auf Komfort. Wenn etwa Wasserdampf in Küche oder Bad einen Fehlalarm auslösen, können neuere Geräte mit einer kurzzeitigen Stummschaltung auf Knopfdruck leise geschaltet und die Sensibilität herabgesetzt werden. Falls sich die Rauchkonzentration binnen kurzer Zeit weiter erhöht, wird erneut Alarm ausgelöst, der dann nicht mehr abgewürgt werden kann. „Ohne diese Funktion wird beim Fehlalarm oft die Batterie entnommen und später vergessen, diese wieder einzusetzen“, sagt Rudolph von Hekatron. „Im Ernstfall ist das fatal.“

Auch für das Problem der Energieversorgung gebe es bereits gute Lösungen, sagt Silvia Darmstädter, Sprecherin des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV). Von etwa 100 zugelassenen Geräten hat ein halbes Dutzend eine Lebensdauer von zehn Jahren. Dazu zählen auch Rauchmelder von Atral-Secal, die mit einer automatischen Ladewarnung ausgestattet sind.

Das 50 Euro teure optische Gerät wartet zudem mit einer Innovation auf, die Fehlalarme vermeiden hilft, die durch Verschmutzungen ausgelöst werden können. Denn der Melder kann Hausstaub von Rauch unterscheiden. „Ein Mikroprozessor erkennt, wie stark die Verschmutzung ist“, sagt Atral-Secal-Sprecherin Alexandra Paatsch. „Das ist für Heimanwendungen neu.“ Künftig sollen die Rauchmelder auch eine Notbeleuchtung erhalten, die ein verrauchtes Zimmer erhellt und Orientierung bietet. „Eine weitere neue Funktion ist die Sprachausgabe, durch die informiert und der Fluchtweg gewiesen wird“, sagt Paatsch.

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