Neue Glasfasernetze
Das Wettbuddeln kann beginnen

Köln ist einmal mehr Pionier im Kabelgeschäft: Mit der Deutschen Telekom und ihrem regionalen Konkurrenten Netcologne beginnen in diesen Tagen stadtweit gleich zwei Firmen, neue Leitungen zu vergraben.

KÖLN. Gesperrte Parkplätze, aufgerissene Bürgersteige und Techniker im Keller: In den kommenden Monaten wird es in vielen Gegenden Kölns laut und schmutzig. In der Domstadt werden neue Telefonkabel verlegt. Mit der Deutschen Telekom und ihrem regionalen Konkurrenten Netcologne beginnen in diesen Tagen stadtweit gleich zwei Firmen, neue Leitungen zu vergraben - überall dort, wo heute noch alte Kupferdrähte verlaufen. Mehrere tausend Kilometer geht es dafür durch den Boden - und danach hinauf bis zu jeder einzelnen Anschlussdose in den Wohnungen. Und falls auch noch der ortsansässige Fernsehkabelbetreiber Ish sein Netz aufrüstet, dürfte der frische Asphalt bald noch einmal aufgestemmt werden.

Köln wird in diesen Tagen zum Schauplatz eines Kampfes, der bald auch in anderen Städten ähnlich heftig ausgetragen werden dürfte: Es geht um den Aufbau von Glasfasernetzen, über die Kunden künftig zugleich fernsehen, telefonieren und rasant im Internet surfen sollen. Die Deutsche Telekom verlegt dazu im Stadtgebiet 650 Kilometer neue Leitungen. Bis Mitte 2006 baut das Unternehmen in zehn Großstädten ein "Light Speed"-Netz auf, in den kommenden Jahren will man bis zu 3,8 Milliarden Euro in die Technik investieren. Damit sich der Ausbau rentiert, will der Konzern die neuen Hochgeschwindigkeitszugänge danach exklusiv vermarkten. Bisher ist der ehemalige Monopolist regulatorisch gezwungen, seine Anschlüsse gegen eine Durchleitungsgebühr für fremde Anbieter zu öffnen.

Genau deshalb hat die Kölner Telefongesellschaft Netcologne im Februar als einer der ersten Konkurrenten ein Gegenmodell vorgestellt: Mit Investitionen von rund 200 Millionen Euro rüstet die Tochter des Energieversorgers Rheinenergie in den kommenden fünf Jahren sämtliche Mehrfamilienhäuser der Stadt mit eigenen Glasfaserleitungen aus. Um die Straßen nicht ein zweites Mal aufzureißen, sobald die Telekom fertig ist, hat man sich geeinigt, die Arbeiten abzusprechen.

Die 240 000 Telefon- und 175 000 DSL-Kunden von Netcologne dürften also weitgehend zur selben Zeit wie die Telekom-Kunden schnellere Internet-Verbindungen bekommen. Da die neue High-End-Technik bis ins Wohnzimmer reicht, spart das Unternehmen zudem jährliche Mietzahlungen von rund 30 Millionen Euro an den großen Konkurrenten.

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