Forschung + Innovation
Neue Konzepte für Empfängnisverhütung

Die traditionelle „Pille“ zur hormonellen Empfängnisverhütung wird möglicherweise schon bald durch neue Konzepte abgelöst. Das Interesse an Alternativen werde immer größer, sagte Cosima Brucker (Ulm) an Donnerstag beim Gynäkologenkongress in Hamburg.

dpa HAMBURG. Die traditionelle „Pille“ zur hormonellen Empfängnisverhütung wird möglicherweise schon bald durch neue Konzepte abgelöst. Das Interesse an Alternativen werde immer größer, sagte Cosima Brucker (Ulm) an Donnerstag beim Gynäkologenkongress in Hamburg.

Dreimonatsspritze, Hormonstäbchen, Hormonspirale und Hormonpflaster gewännen an Bedeutung. Neu sei eine Verhütungspille für den Langzyklus, die allerdings bisher nur in den USA zugelassen sei. Die Frauen bekämen dann nur noch alle drei Monate eine Blutung.

Bei der Einführung der „Pille“ in den 60er Jahren sei man darauf bedacht gewesen, den natürlichen Menstruationszyklus nicht zu verändern. Dem Einnahmeschema von sieben Tagen sei darum eine siebentätige Pause gefolgt, um die Monatsblutung auszulösen, betonte Brucker. In den vergangenen Jahren hätten viele Frauen ihre Einstellung zur Menstruation aber verändert. Eine aktuelle Umfrage von Gynäkologen der Universitätsklinik Frankfurt belege, dass nur noch ein Drittel von 1195 der befragten Frauen eine monatliche Blutung wollten.

„Die Wünsche der Frauen in Verbindung mit medizinischen Gründen könnten darum Anlass sein, das Einnahmeschema der Pille zu ändern“, sagte Brucker. Bei einem so genannten Langzyklus nehme die Frau ein Verhütungsmittel maximal ein halbes Jahr ohne Unterbrechung. Favorisiert werde allerdings die Einnahme der Pille über ein Vierteljahr. Das fände die größte Akzeptanz bei den Frauen und ihren Gynäkologen. Außer medizinischen Indikatoren wie Migräne, Endometriose (Verlagerung von Gebärmuttergewebe), bestimmten Zysten oder Blutungsstörungen während der Menstruation werde auch die Empfängnisverhütung sicherer, betonte die Medizinerin.

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