Neue Methoden der kosmetischen Chirurgie
Mit Gore-Tex gegen „Segelohren“

Die Operationen zur Korrektur von abstehenden Ohren werden durch neue Methoden und Materialen immer leichter. Besonders bewährt hätten sich dabei extrem dünne Gore-Tex-Fäden, sie ließen sich gut verarbeiten und seien sehr verträglich, hieß es auf der Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.

HB MÜNCHEN. Fünf Prozent der Deutschen hätten abstehende Ohren, und Schönheitsoperationen seien so gefragt wie nie zuvor, sagte der Präsident der Deutschen HNO-Gesellschaft, Professor Alexander Berghaus, am Mittwoch auf dem Jahreskongress in München.

Wenn Kinder oder Erwachsene unter Hänseleien litten und wenn die Ohrmuschel über zwei Zentimeter vom Kopf abstehe, würde er eine Korrektur befürworten, sagte der Direktor der HNO-Universitätsklinik München-Großhadern. Der Knorpel der Ohrmuschel werde heute nicht mehr zerschnitten, sondern gebogen und mit einem Faden angelegt. Im Gegensatz zu Nylonfäden, die zerfallen und das Gewebe reizen könnten, seien die sonst eher von Anoraks bekannten Goretex-Fäden „gut verträglich und leicht zu knoten“. Die dünnen Fäden blieben dauerhaft am Kopf, die Haut werde darüber vernäht.

„Jede Operation hat ein Risiko“, sagte Berghaus. Aber Komplikationen wie asymmetrische Ohren gebe es bei weniger als drei Prozent der Eingriffe. Knicke oder Eiterungen seien sehr selten, Todesfälle gebe es nicht.

Bei Kindern sei die Operation einfacher, weil die Knorpel weicher seien, und sie werde auch von den meisten Krankenkassen bezahlt. „Ich staune oft, wenn Siebenjährige selbst sagen: „Jetzt ist es besser!'“ sagte der Chirurg. Die Korrektur zweier Ohren koste mindestens 1 600 Euro und dauere eineinhalb Stunden.

Rund 2 000 Hals-Nasen-Ohren-Ärzte wollen auf dem fünftägigen Kongress über neue Entwicklungen der plastischen Chirurgie diskutieren. Bei Schönheitsoperationen gerieten aber viele Patienten an schwarze Schafe, sagte der Uni-Professor und führte die „kaputt operierte Nase“ des US-Popsängers Michael Jackson als abschreckendes Beispiel an.

Wie das von einer chronischen Mittelohr-Entzündung zerstörte Gehör wieder hergestellt werden kann, will der Kölner Professor Karl-Bernd Hüttenbrink auf dem Ärztekongress darstellen. Hörknöchelchen könnten durch völlig neue Titan-Konstruktionen ersetzt werden, und es sei sogar schon möglich, Hörgeräte durch Implantationen überflüssig zu machen. Bislang seien nur sehr wenige Patienten dazu bereit, aber es eröffneten sich „faszinierende Perspektiven durch Ingenieurtechnik“, sagte der Direktor der Kölner HNO-Uniklinik.

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