Neue Planeten entdeckt
Zwei Kandidaten für Leben im All

Gleich acht neue Planeten außerhalb unseres Sonnensystems haben US-Wissenschaftler entdeckt. Zwei dieser fernen Exoplaneten könnten sich sogar besonders gut für Lebewesen eignen.
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BerlinSeit Mitte der 1990er-Jahre, als erstmals Planeten außerhalb unseres Sonnensystems nachgewiesen wurden, suchen Astronomen nach erdähnlichen Himmelskörpern, auf denen es möglicherweise Leben geben könnte. Doch die meisten der mehr als 1000 bislang entdeckten Exoplaneten erwiesen sich als riesige Gasbälle – heiß, unwirtlich und lebensfeindlich.

Dank immer besserer Beobachtungstechniken können die Himmelsforscher mittlerweile aber auch kleinere, nicht gasförmige Planeten aufspüren, deren Beschaffenheit die Entstehung von Leben durchaus begünstigen könnte. Gleich acht solcher fernen Welten haben Wissenschaftler vom Harvard-Smithsonian-Zentrum für Astrophysik mit dem Weltraumteleskop Kepler aufgespürt.

„Die meisten dieser Planeten haben eine gute Chance, Gesteinsplaneten zu sein wie die Erde“, so der Hauptautor der Studie, Guillermo Torres, der die Funde auf dem Jahrestreffen der American Astronomical Society in Seattle vorstellte. Zwei der Neuentdeckungen, die Exoplaneten Kepler 438b und Kepler 442b, könnten unserer Erde sogar so ähnlich sein wie kein anderer bisher entdeckter Planet.

Beide Welten umkreisen sogenannte Rote Zwerge – eine Sternfamilie, deren Mitglieder deutlich kleiner, aber auch langlebiger sind als unsere Sonne. Der Abstand beider Planeten zu ihrem jeweiligen Zentralgestirn ist offenbar groß genug, damit etwa auf ihnen vorhandenes Wasser nicht unter der stellaren Einwirkung verdampft, aber auch nicht zu groß, als dass die Kälte des Alls die Planeten zu Eiswelten erstarren ließe.

„Habitable Zone“ nennen Astronomen diesen Bereich um einen Stern, in dem Wasser in flüssiger Form vorliegen könnte. Dies gilt als wichtigste Voraussetzung für die Entstehung von Leben, wie wir es kennen. Nach Berechnungen der Forscher liegt Kepler-438b mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit in der bewohnbaren Zone seines Heimatsterns, bei Kepler-442b liegt die Wahrscheinlichkeit sogar bei 97 Prozent.

Leider sind beide Welten so weit von uns entfernt, dass es extrem schwierig ist, sie näher in Augenschein zu nehmen: Kepler-438b ist 470 Lichtjahre von der Erde entfernt, Kepler-442b sogar 1100 Lichtjahre. Zum Vergleich: Der uns nächstgelegene Stern, die Sonne, ist rund acht Lichtminuten entfernt, bis zum nächsten Nachbarn der Sonne, dem Zwergstern Proxima Centauri, sind es dann schon rund vier Lichtjahre.

„Wir wissen nicht mit Bestimmtheit, ob einer der Planeten wirklich bewohnbar ist“, räumt denn auch David Kipping ein, der Co-Autor der Studie. „Alles, was wir sagen können, ist: Es sind vielversprechende Kandidaten.“

Thomas Trösch
Thomas Trösch
Handelsblatt / Redakteur Wissenschaft + Technik

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